Beitrags-Archiv für die Kategory 'High Tea'

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Monday, 20. February 2012 17:19

Immer wieder begegne ich in New York Schildern, auf denen Hundebesitzer mehr oder weniger freundlich gebeten werden, an dieser Stelle keine Kacke dampfen zu lassen. Aber Hunde sind nicht die einzigen Wesen, die mit ihren Hinterlassenschaften die Gegend vollstinken.

Diese hohle Gasse in Soho lädt offenbar zu unsauberen Geschäften ein. Damit auch wirklich jeder die Grundlagen nachbarschaftlichen Verhaltens versteht, gibt es noch ein zweites Bild. Als ich es fotografiere, geht ein Mann hinter mir vorbei. Er stockt. Schaut. Dann sagt er: “Ich gehe seit Jahren durch diese Gasse, aber das hier ist mir noch nie aufgefallen.” Ich hoffe, dass das auch nie nötig gewesen wäre.

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Ein Auge fürs Plakat

Friday, 17. February 2012 16:28

Man sieht in New York zwar fast nur noch Leute, die digital fotografieren, ob Spiegelreflex oder Smartphone, aber das heißt noch lange nicht, dass die Geschichte mit Film, Papier und Chemiebad vergessen ist.

Daran erinnert das aktuelle Werk auf der Highline Billboard – eine der Werbetafeln an der Strecke des Highline Parks ist der Kunst gewidmet (die erste Ausstellung hatte ich ja verpasst, weil die Daten nicht stimmten, jetzt gehe ich auf Nummer Sicher und mittendrin hin). Derzeit prangt dort “Developing Tray #2″ von Anne Collier. Der “Rahmen” ist eine Schüssel aus dem Fotolabor, in dem belichtetes Papier zum Entwickeln badet. Auf dem Papier erscheint das Auge der Künstlerin. Wer fotografiert jetzt hier wen?

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Törtchen im Wunderland

Thursday, 16. February 2012 16:41

Dieses Törtchen gehört der Herzkönigin. Jedenfalls heißt es “Queen of Hearts Lemon Tart”. So kann’s gehen, wenn ein Café sich einem Märchen verschrieben hat – hier dreht sich alles um die Welt von “Alice im Wunderland”. Und da ist für Überraschungen gesorgt.

Unter der dicken Cream Cheese-Schicht könnte sich ja alles Mögliche verbergen. Irgendein schnöder Rührkuchen zum Beispiel. Ha!

Die Schichten bestehen aus Nutella. Ist ja schließlich Banana Nutella Cake – ganz wie beim Törtchen kommt hier also Obst auf den Blümchenteller.

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Vergänglichkeit

Wednesday, 15. February 2012 17:19

Kein Wunder bei dem Tempo in der Stadt: Man übersieht leicht, wo andere sich Mühe gaben. Streetart, Aktivisten-Botschaften, Werbung und Schmierereien fließen im Vorbeigehen ineinander. Ich frage mich, wie oft jemand diese Mahnung bemerkt.

 

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Dreh das Licht um

Friday, 10. February 2012 15:43

Das ist mein Liebling. Durch die geschliffene Oberfläche schimmert das Licht so, als würde man tatsächlich ins Wasser schauen. Und der Briefbeschwerer bringt die Idee hinter dieser Ausstellung rüber: WAO möchte traditionelle Kunstfertigkeit aus dem japanischen Handwerk in ein neues Zeitalter zu übertragen. Beziehungsweise zeigen, dass dieser Wandel dort bereits begonnen hat.

Das zieht sich bis hin zu dem Kniff, mit dem die Veranstalter die Ausstellungsstücke erklären: Alle Stücke liegen auf rechteckigem Papier, Designer und Werkname stehen in einer hochgefalteten Ecke. Und manches Mal brauche ich die Erläuterung. Dies hier hätte ich etwa für Vasen gehalten:

Es sind aber Lampen. Wie Sanduhren lassen sie tagsüber die Energie, die sie aus dem Sonnenlicht ziehen, nach unten in den Speicher rieseln. Dreht man sie später um, leuchten sie.

Solche Handwerkskunst  hat natürlich ihren Preis. Manche Produkte hier gehören ins Luxusheim, und eben diese messen meine Begleiterin und ich in Macs – also damit, wie viele Computer man dafür bekäme. Einer der Schals kommt auf zweieinhalb.

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Nicht schon wieder Crack!

Thursday, 2. February 2012 17:39

Manche Bezeichnungen sind gleichzeitig korrekt und irreführend. Sozusagen das alte “Teekesselchen”-Spiel im Extrem. Das fiel mir besonders auf, nachdem ich über den New Yorker Crack Pie geschrieben hatte – seitdem lieben Suchmaschinen mich, wenn jemand nach Crack-Rezepturen sucht. Dabei hat das eine mit Konditoreikunst und das andere mit Drogensucht zu tun, und es gibt keine Schnittstelle. Daran hatte ich gar nicht gedacht.

Deshalb kann ich es mir keinesfall erlauben, sarkastische Gedanken zu verfolgen, als ich sehe, wie missverständlich ein Öko-trifft-Feinkost-Laden seine Ware auszeichnet:

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Abschalten im Coffeeshop

Wednesday, 1. February 2012 16:50

Wie in anderen Großstädten auch sieht man in New York viele Leute im Café vor ihrem Computer sitzen. Manche schauen nur mal schnell etwas nach, manche lesen, und manche tun das, was sie Arbeit nennen. Besonders in Hipstervierteln kann das dazu führen, dass alle Tische den ganzen Tag lang von denselben Computern belegt sind.

Manche Cafés sind extra dafür ausgelegt, sie bieten nicht nur WiFi, sondern auch Stromanschlüsse direkt auf dem Tisch, und sie haben Gäste, die wissen, dass man artig jede Stunde wieder etwas Neues bestellt. Andere Cafés hätten lieber mehr Fluktuation, weniger Stromverbrauch und mehr freie Sicht auf Gesichter. Das müssen sie ihren Gästen natürlich irgendwie beibringen. In diesem Laden in Williamsburg geschieht das sehr freundlich:

Ich habe aber auch schon Tisch-Aufsteller gesehen, auf denen stand: “Das ist hier nicht dein Büro.” Mit Hinweisen, was alles nicht auf den Tisch darf. In Großbuchstaben und mit dem Zusatz, das gelte auch für iPads.

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Geheimnis am Silver Lake

Sunday, 29. January 2012 15:26

Nicht nur Los Angeles hat so etwas. Auch in New York gibt es einen Silbersee:

Und im Winter schimmert das Wasser des Silver Lake besonders silbern. Es war einmal ein Frischwasser-Reservoir, so wie das Wasser in der Mitte der Jogger-Strecke im Central Park. Der Silver Lake Park in Staten Island ist aber viel ruhiger. Ein Schatz soll da drin ja auch nicht liegen. Ein Gutteil ist heute ein Golfplatz, unter dem angeblich Leichen von anno tuck liegen. Huh! Ich stoße beim Spaziergang aber auf ein anderes Geheimnis:

Da ist ein Beet abgesteckt, jetzt im Winter natürlich auch ganz schön abgeräumt, und an einer Seite steckt eine orange Sonne mit Widmung. Eine der Bänke im Hintergrund hat auch eine Widmung.

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich die Geschichte dahinter richtig verstanden habe. Ich glaube, das hier erinnert an einen jungen Mann, der bereits zu Schulzeiten einen erfolgreichen Nachhilfedienst aufgezogen hatte und dann nach Harvard ging, wo er mit 19 Jahren starb. Im Schlaf.

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Dünger in der Großstadt

Saturday, 28. January 2012 16:15

Nein, das hört nicht auf. In vielen Stadtteilen New Yorks sieht man Hundebesitzer zwar hinter den Hinterlassenschaften ihrer Fifis herräumen oder Leute hastig zur Seite springen, wenn mal wieder einer sich mit frischer Scheiße in der Hand einen Weg durch die Menschenmenge bahnt, nur den Mülleimer fest im Blick. Trotzdem müssen sich New Yorker immer wieder etwas Neues einfallen lassen, um sich gegen die Kackbomben zu wehren. Oder gegen den weitverbreiteten Irrtum, massenweise Exkremente seien gut für die Botanik.

Mehr Schilder für Hunde?

Kackfrei

Terrorhunde

Pups

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Rätsel: Neuer Straßensport?

Thursday, 26. January 2012 17:24

In New York sieht man an jeder Ecke eine Kette. Manchmal hält sie nur noch die Überreste dessen, was da gesichert werden sollte. Oft hängt ein Fahrrad dran. Oder sogar Rollschuhe. Jedenfalls etwas, mit dem man sich schnell aus dem Großstadtstaub machen kann. Deshalb gibt mir dieser Anblick Rätsel auf:

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Schnee: Na endlich (was zum Meckern)!

Saturday, 21. January 2012 15:53

Auch mich hat das nervös gemacht. Im Dezember ging es ja noch so. Aber kaum hatte das neue Jahr angefangen, wurde es echt ungemütlich. Sobald irgendwo in weiter Ferne sich ein Wolkenfeld in unsere Gegend aufmachte, ging die Bitterkälte stiften und es wurde warm genug für Regen. Kein Schnee in New York, nirgends.

Plötzlich ändert sich der Wetterbericht, und sofort machen alle auf Ironie. “Uh, ob ich das schaffe am Samstag, bei dem Schneesturm, ich weiß ja nicht.” Heimlich freuen wir uns natürlich. Allein schon, weil wir uns über die Eispfützen beschweren können und übers Auto-unter-Schneebergen-suchen und Salzringe auf Stiefeln und ausverkaufte Schneeschaufeln. Und wir werden nervös. Das weiße Zeug liegt erst seit ein paar Stunden. Aber ich glaube, es taut schon wieder.

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