Beitrags-Archiv für die Kategory 'Lifestyle'

Zwischen den Gleisen

Wednesday, 22. February 2012 13:41

Über New Yorker U-Bahn-Kunst schreibe ich ja immer wieder. Aber da unten gibt es noch eine andere Kunst, die man nur selten zu sehen bekommt.

Der Rund-um-die-Uhr-Service macht es schwierig, Gleise, Signale und Weichen in Schuss zu halten. Viele der Arbeiten werden deshalb nachts und am Wochenende erledigt. Sie stören aber trotzdem den Verkehr. Umgekehrt machen die Züge Arbeit: Einer aus dem Team muss die ganze Zeit aufpassen, ob die nächste Bahn kommt. Beim Zuschauen kann man lernen, wo man in relativer Sicherheit steht, falls man mal in die Verlegenheit kommen sollte, auf den Gleisen zu stehen.

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Klo geschlossen

Monday, 20. February 2012 17:19

Immer wieder begegne ich in New York Schildern, auf denen Hundebesitzer mehr oder weniger freundlich gebeten werden, an dieser Stelle keine Kacke dampfen zu lassen. Aber Hunde sind nicht die einzigen Wesen, die mit ihren Hinterlassenschaften die Gegend vollstinken.

Diese hohle Gasse in Soho lädt offenbar zu unsauberen Geschäften ein. Damit auch wirklich jeder die Grundlagen nachbarschaftlichen Verhaltens versteht, gibt es noch ein zweites Bild. Als ich es fotografiere, geht ein Mann hinter mir vorbei. Er stockt. Schaut. Dann sagt er: “Ich gehe seit Jahren durch diese Gasse, aber das hier ist mir noch nie aufgefallen.” Ich hoffe, dass das auch nie nötig gewesen wäre.

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Vergänglichkeit

Wednesday, 15. February 2012 17:19

Kein Wunder bei dem Tempo in der Stadt: Man übersieht leicht, wo andere sich Mühe gaben. Streetart, Aktivisten-Botschaften, Werbung und Schmierereien fließen im Vorbeigehen ineinander. Ich frage mich, wie oft jemand diese Mahnung bemerkt.

 

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Schuhsport

Wednesday, 8. February 2012 13:21

Das kann jetzt nicht daran liegen, dass morgen die New York Fashion Week beginnt. Schuhe sieht man in New York das ganze Jahr über in der Luft baumeln. Aber in solcher Masse dann doch eher selten. Warum das Ganze ein Geschicklichkeitsspiel ist, sieht man am besten mit etwas Abstand.

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Abschlepp-Spruch

Monday, 6. February 2012 20:38

Es heißt ja immer, New Yorker seien so unfreundlich. Das stimmt aber doch gar nicht. Man muss nur mithalten können. Mit ihrem Humor, mit ihrem Tempo, mit dem kleinen Zeitfenster zwischen dem einen Job und dem nächsten. Und sich vielleicht nicht gar so oft bei immer denselben Dingen schrecklich blöde anstellen. Und nicht ständig im Weg stehen, wenn New Yorker und ihre Zeitfenster auf räumliche Dimensionen treffen. Einen freundlichen Spruch könne man aber doch jederzeit wenigstens hinterherrufen? Klar, das sehen die hart arbeitenden Menschen in dieser Werkstatt ein. Bittesehr:

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Abschalten im Coffeeshop

Wednesday, 1. February 2012 16:50

Wie in anderen Großstädten auch sieht man in New York viele Leute im Café vor ihrem Computer sitzen. Manche schauen nur mal schnell etwas nach, manche lesen, und manche tun das, was sie Arbeit nennen. Besonders in Hipstervierteln kann das dazu führen, dass alle Tische den ganzen Tag lang von denselben Computern belegt sind.

Manche Cafés sind extra dafür ausgelegt, sie bieten nicht nur WiFi, sondern auch Stromanschlüsse direkt auf dem Tisch, und sie haben Gäste, die wissen, dass man artig jede Stunde wieder etwas Neues bestellt. Andere Cafés hätten lieber mehr Fluktuation, weniger Stromverbrauch und mehr freie Sicht auf Gesichter. Das müssen sie ihren Gästen natürlich irgendwie beibringen. In diesem Laden in Williamsburg geschieht das sehr freundlich:

Ich habe aber auch schon Tisch-Aufsteller gesehen, auf denen stand: “Das ist hier nicht dein Büro.” Mit Hinweisen, was alles nicht auf den Tisch darf. In Großbuchstaben und mit dem Zusatz, das gelte auch für iPads.

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Wo in New York die Uhr tickt

Tuesday, 31. January 2012 12:48

Ich habe gehört, es ist kalt in Deutschland. Hier wird der Winter immer seltsamer. Kein Schnee, nirgends, und heute fühlt sich die Sonne wie Frühling an, nur die Gegend sieht falsch aus dazu. Aber in der Mittagspause komme ich an Menschen vorbei, die ihren Lunch im Park genießen.

Es ist ein kleines Vergnügen in einer Ordnung, die aus den Fugen geraten ist. Und gleich um die Ecke erinnern Zahlen daran, dass noch etwas ganz anderes nicht stimmt (obwohl wir uns fröhlich auf der Sonnenseite wähnen).

Das ist die Schuldenuhr. Sie hängt gleich neben einer Niederlassung der Steuerbehörden in New York und hält fest, wie tief die USA im Minus stecken. Oder besser gesagt, sie hält es ja eben gerade nicht fest. Sie ist immer in Bewegung. Und sie rechnet dabei auch ständig vor, welcher Anteil an Schulden auf jede Familie entfällt. Vor etwas weniger als zwei Monaten sah das noch so aus:

Ja, ich weiß, das wirkt irreführend, die Momentaufnahmen in dieser Reihenfolge zu zeigen. Es könnte schließlich einer auf die Idee kommen, es werde schon irgendwie besser.

Aber das denken wir hier doch alle.

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Dünger in der Großstadt

Saturday, 28. January 2012 16:15

Nein, das hört nicht auf. In vielen Stadtteilen New Yorks sieht man Hundebesitzer zwar hinter den Hinterlassenschaften ihrer Fifis herräumen oder Leute hastig zur Seite springen, wenn mal wieder einer sich mit frischer Scheiße in der Hand einen Weg durch die Menschenmenge bahnt, nur den Mülleimer fest im Blick. Trotzdem müssen sich New Yorker immer wieder etwas Neues einfallen lassen, um sich gegen die Kackbomben zu wehren. Oder gegen den weitverbreiteten Irrtum, massenweise Exkremente seien gut für die Botanik.

Mehr Schilder für Hunde?

Kackfrei

Terrorhunde

Pups

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Im Bahnhof aufschlagen

Tuesday, 24. January 2012 12:15

Was machen die Männer da? Ganz einfach: Sie bauen einen Squash Court, bei dem man den Sportlern gut zuschauen kann. Auch wenn das ein bisschen den Verkehr aufhält. Dieses Squash-Turnier findet nämlich in einem der großen New Yorker Bahnhöfe statt:In einem Durchgang in Grand Central hauen sich die Teilnehmer die Bälle um die Ohren, und die donnern ganz schön vor die Wände. Wer im Publikum sitzt oder steht und zusammenzuckt, hat verloren.

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Krach für Drachen

Monday, 23. January 2012 12:25

Es mag ja ein wenig neblig sein in New York. Aber das hier ist kein Wetterphänomen. Das ist das sichtbare Gegenstück dessen, was ich höre.

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Es ist nämlich schon wieder Neujahr, diesmal in Chinatown. Eigentlich hat das natürlich schon um Mitternacht angefangen, aber in New York ist Privatgeböller verboten (es brennt auch so schon viel zu oft). Also machen sie das in einer offiziellen Zeremonie mitten am Tag, an dessen Ende ich lerne: Man sieht Feuerwerk auch im Hellen. Jedenfalls, wenn genug Nebel drumherum ist.

Die Chinesen haben das mit dem Feuerwerk genauso raus wie das mit der Idee, dass böse Geister sich mit ordentlich Krach verjagen lassen. Nur Drachen sollen davon nicht wegfliegen, die sind in China was Gutes, und dieses Jahr sowieso, es ist ein Drachenjahr.

Mehr neue Jahre?

Ende Dezember am Times Square.

Ende September vor der Synagoge.

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Wo der Frack sich dem Pinguin annähert

Thursday, 19. January 2012 19:43

Das sieht nach typisch New York aus: Irgendeiner ist immer zu gut angezogen, irgendeiner ist immer zu exzentrisch, und manches Mal ist es ein und dieselbe Person. Aber der Mann ist kein Einzelfall.

Diese Leute sind nicht etwa für eine Fotosession aufs Glatteis geführt worden. Auch wenn sie gutes Bildmaterial abgeben. Sie sind dem Aufruf der New York Winter Society nachgekommen und haben sich für den Ice Ball in Schale geworfen. Einen Ballsaal gibt es nicht. Man kommt einfach in repräsentativer Kleidung zur verabredeten Zeit zur einzigen (meines Wissens nach jedenfalls) Gratis-Eislaufbahn in New York.

Und so ziehen sie zwischen ganz normalen Schlittschuhläufern ihre Runden und sehen so fabelhaft aus, dass selbst die Jungs sich zurücknehmen, die hier am Citi Pond im Bryant Park sonst so gerne mit ihren unvermittelten Seitenschwüngen und Vollbremsungen Eindruck schinden.

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