Beiträge vom September, 2011

Rätsel: Verkehrskegel

Thursday, 29. September 2011 12:24

Diese Verkehrskegel sind erstaunlich stabil. Neulich im Sturm ist auf der Baustelle alles an seinem Platz geblieben, nur einer überhaupt mal zur Seite gekippt. Um so mehr gibt mir dieser Anbilck Rätsel auf.

Thema: High Noon, Rätselhaftes | Comments Off | Autor:

Welt unter Druck

Wednesday, 28. September 2011 16:17

Man hört es oben auf dem High Line Park. Das Grollen kommt aber nicht von oben, wie sonst, wenn ein Gewitter heranzieht. Es klingt auch gar nicht nach Donner. Sondern so:

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Das Geräusch kommt aus den Tiefen der Erde. Die ganze Welt ist im Moment hier in New York, und sie steht ganz schön unter Druck.

Unten auf der Straße verdichtet sich das Bild. Demnächst soll sich hier die Kunstwelt treffen. Die Pace Gallery hat nämlich noch nicht genug Platz in New York. Bevor sie sich hier ausbreitet, hat sie David Byrne eingeladen. Der Talking Heads-Musiker hat sich “Tight Spot” ausgedacht:

Und natürlich auch den Klang dazu. Mehr noch: Es ist seine Stimme, mit den Möglichkeiten der Tonproduktion zum Erdgrollen umgearbeitet.

Vorn ist ein Rolltor, und es steht auch ein Ausstellungswächter da, in Uniform, auf der “Tight Spot” steht. Seine Locks sind viel länger als meine, tiefschwarz, und er spricht mit dem typischen französischen Akzent der Menschen aus Haiti. Wenn er zur Schicht erscheint, schauen die Galerieleute oft verwundert von seinem Gesicht auf ihre Mitarbeiterliste und zurück. “Du bist Hans? Kann doch gar nicht sein.” Hans weiß auch nicht, was sich sein Vater dabei gedacht hat, ihm einen deutschen Namen zu geben.

Thema: High Tea, Kunst | Comments Off | Autor:

Wahr oder falsch?

Tuesday, 27. September 2011 22:42

Jeden Tag werden an der Wall Street Fachleute interviewt. Und in Zeiten, in denen die Börsen Achterbahn fahren, sucht man um so vehementer nach Antworten. Aber meistens halten sich die Analysten und Trader an ein Schema. Daraus bricht jetzt einer aus: Er sagt im BBC-Interview unter anderem, dass er sich seit Jahren auf eine neuerliche Rezession freut. So sieht das aus:

Das wirft die Frage auf, ob es diesen Alessio Ratani tatsächlich gibt. Oder ob er ein Darsteller in einem genialen Mediencoup ist – und dafür geraten sofort ein paar New Yorker in Verdacht: die Yes Men. Die veröffentlichen daraufhin auf ihrer Website ein perfides Dementi, das facht die Zweifel nur um so mehr an. Die Diskussion um das Interview berührt schließlich die uralte Frage: Woran willst du glauben?

Thema: Kokolores, wait a second | Comments Off | Autor:

Die paar tausend Jahre!

Monday, 26. September 2011 12:46

Es gibt ja Leute, die ihr ganzes Dasein auf eine sehr ferne Zukunft ausrichten – jetzt leiden, später ernten oder so. Aber so ist das hier gar nicht gemeint. Nach jüdischer Zeitrechnung sind wir bereits 3760 Jahre weiter als gedacht. Trotzdem kommen die Wünsche an dieser New Yorker Synagoge etwas früh. Rosh Hashana beginnt doch erst am Donnerstag. Andererseits: In diesem Dimensionen kommt es auf ein paar Tage ja auch nicht mehr an.

Thema: High Noon, Multikulti | Comments Off | Autor:

Definitionsfrage

Sunday, 25. September 2011 23:35

Endlich: Die Opernsaison fängt wieder an! Schon seit Wochen macht die Met dafür Reklame, mit einem Spruch, der zu diesem Blog recht gut passt. Ich bin nur nicht so ganz überzeugt davon, ob ich mit so einem Moment Werbung machen würde. Klar, das ist Anna Netrebko, die ist zum Beginn der Saison zu Gast und im Frühjahr schon wieder, und mit ihr kann man Staat machen. Aber die Szene ist eine Festnahme, sozusagen der Beginn eines radikalen Abstiegs.

Thema: High Noon, Kultur | Comments Off | Autor:

Die Kunst, sich fallen zu lassen

Saturday, 24. September 2011 15:28

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Das hört sich nicht gut an. Der Typ knallt auf den Boden, das tut ja schon beim Zuschauen weh. Beim Dumbo Art Festival machen sie keine Kompromisse. Oder doch? “Und so etwas bei einem Kunstfestival?”, sagt ein Mann mehr als er fragt, und sein Kopf schwingt dabei von links nach rechts und zurück. Aber mit dieser Ansicht steht er ziemlich allein da.

Die New Yorker Wrestling-Schule World of Unpredictable Wrestling zieht eine Show ab. Und das wiederum passt Shaun Leonardo ins Konzept. Der Künstler beschäftigt sich mit Männlichkeit und Heldentum. Auch wenn’s wehtut (oder zumindest so aussehen soll).

Thema: High Tea, Kokolores | Comments Off | Autor:

Wenn Äpfel die Limetten ablösen

Friday, 23. September 2011 17:24

Dieses Jahr scheint das New Yorker Wetter sich am Kalender zu orientieren: Zum Ende der Sommersaison, am Labor Day, schüttete es nach herrlichen Tagen plötzlich wie aus Eimern. Und jetzt, am offiziellen Herbstanfang – dasselbe. Da bin ich ja mal gespannt, wie weiß Weihnachten wird.

Aber erst einmal lasse ich für einen Moment Revue passieren, wie herrlich mein Lieblings-Sommer-Kuchen (der übrigens auch bei minus 20 Grad Außentemperatur hervorragend schmeckt) sich in der Sonne macht: Key Lime Pie! Am besten als Einzelstück, also auf einen etwas mehr als handtellergroßen Krümelboden hingegossene Limettencreme.

Key Lime Pie gibt es auch als Swingle: Da ist das Törtchen von Schokolade umhüllt und wird praktischerweise am Stiel serviert, was ja in Sachen Schokoladenschmelze mit zunehmener Jahrszeit immer wichtiger wird. Er ist aber vorzugsweise gleich am ersten richtig warmen Tag des Jahres zu essen.

Und dann, wenn es so richtig heiß geworden ist, wird es Zeit für eine gekühlte Variante. Ein Frozen Yogurt Key Lime Pie Sundae sieht nicht nur zum Anbeißen aus. Er schmeckt auch so, dass es eine Schande wäre, ihn schmelzen zu lassen. Ich habe jedenfalls mehrere Versuche gemacht, aber ich bin einfach nicht fähig, ihn langsam zu essen.

Und ab heute ist Herbst. Da schmeckt das alles immer noch. Aber auch wenn es Limetten hier das ganze Jahr über zu kaufen gibt: Viele New Yorker machen sich jetzt bereit für die Traditionen, die die Apfelernte mit sich bringt.

Thema: Essen, High Tea | Kommentare (1) | Autor:

Containerdorf

Wednesday, 21. September 2011 13:34

New York ist voller Baustellen. Die sind nicht einfach nur ein Attribut der Stadt. Manche von ihnen sind auch diese eine Folge von Gentrifizierung, über die fast niemand spricht. In Brooklyn sieht man das besonders gut. Da gibt es Ecken, deren Bevölkerungsdichte in den letzten zehn Jahren so stark zugenommen hat, dass es Probleme mit dem öffentlichen Verkehrssystem gibt: überlastet. Und dann ist zwar das eine und das andere Hochhaus voller Eigentumswohnungen fertig, aber es gibt trotzdem noch – Baustellen. Oder Plätze, auf denen das Unkraut in die Höhe schießt, weil die Bauherren Muffensausen bekommen haben.

Und mit Glück gibt es dann findige Köpfe, die das Wort “übergangsweise” so richtig auf Ideen bringt. So wie beim Dekalb Market. Seit ein paar Wochen gastiert er auf einem Platz in Downtown Brooklyn, vielleicht bleibt er ein paar Jahre. Erst einmal bis Dezember, dann wird es bis März zu kalt. Schließlich sind die Läden hier alle aus Stahl.

Schiffscontainer kosten so viel nun auch wieder nicht, sie lassen sich gut transportieren, und es braucht nur dieses Fitzelchen Vorstellungskraft, um Teile herauszuschneiden und dort Türen und Fenster einzubauen. Fertig ist der Laden. Bei einigen auch gleichzeitig ein Stück Werkstatt. Und: Küche.

Und wenn man sich dann an einem der Tische niederlässt, die zwischen den Containern mit dem ganzen leckeren Essen stehen, kann man die Musik mehr als Stereo hören. Sofern man seinen Computer mitgebracht hat, was die Leute hier natürlich ganz gern tun. Es gibt auf dem Dekalb Market nämlich nicht nur einen Plattenladen, sondern auch einen Internet-Radiosender. Der überträgt seine Shows gleich live auf diesen Platz.

Thema: Geld ausgeben, High Noon | Comments Off | Autor:

Moment mal: Killer-Bikes?

Tuesday, 20. September 2011 23:01

Beim Stichwort “Fahrradunfall” denkt man an verunglückte Fahrradfahrer. Gegen LKW oder Taxis ziehen die schließlich meist den kürzeren. Aber New Yorker Fahrradfahrer sind gleichzeitig eine Gefahr. Heute lese ich die neuen Daten: Von den knapp 1000 Fußgängern, die im Bundesstaat New York von Fahrradfahrern verletzt wurden, hatte die Hälfte einen Unfall in New York City. Und wir reden hier nicht von harmlosen Kratzern – erfasst hat das Hunter College nur diejenigen, die im Krankenhaus behandelt wurden.

Viele dieser Unfälle haben offenbar eine ganz, ganz makabre Ursache: Dieselben Radfahrer, die sich lautstark beschweren, dass sich Autofahrer nicht um Verkehrsregeln scheren, fahren gern mal eine Abkürzung über Gehwege, ignorieren Ampeln oder rasen verkehrtherum durch die in New York weit verbreiteten Einbahnstraßen.

Das jetzt mal im Hinterkopf. Und dann: Die hiesige Verkehrsbehörde ist so begeistert vom Erfolg des Bike Sharing in Barcelona, dass sie mit 10.000 Fahrräder in das erste Bike Sharing Programm New Yorks einsteigen wird.

Thema: Lifestyle, wait a second | Comments Off | Autor:

Muskelaufbau

Monday, 19. September 2011 17:19

Darüber habe ich noch nie nachgedacht. Aber es ergibt Sinn: Auch Muckibuden brauchen Nachschub. Schließlich wird da drin hart gearbeitet, und harte Arbeit führt zu gewissen Abnutzungserscheinungen an den Maschinen. Und nicht nur da.

Ich frage mich jetzt allerdings, was mit den alten Hanteln passiert. Schließlich gibt es in New York zwar Abfalltonnen; aber bevor die Müllabfuhr kommt, muss man den Inhalt der Tonnen in Tüten verpacken. Wie sehr flucht wohl ein Müllmann, wenn er einen Sack Hanteln in den Müllwagen stemmen muss?

Thema: High Tea, Lifestyle | Comments Off | Autor:

New York en masse 2: Wall Street

Saturday, 17. September 2011 15:45

Es ist unwirklich leer an der Wall Street. Die Börse ist zwar samstags geschlossen, aber normalerweise kommen hordenweise Menschen, um die Fassade zu fotografieren. Heute versperren Polizisten und Gitter ihnen den Weg.

Die Stadt New York nimmt ernst, was übers Netz die Runde machte: “Occupy Wall Street” hieß es da. Nicht nur mit Megafonen, sondern auch mit Schlafsäcken sollten Demonstranten anrücken, um ihr Anliegen nachdrücklich kundzutun. Jetzt verhindern Gitter, dass die Wall Street (oder auch andere Plätze, etwa vor den großen Bankgebäuden im Viertel) zum Campingplatz wird. Sogar der Bulle ist eingezäunt.

Und da unten sammeln sich die Menschen mit ihren Botschaften. Einig sind sie sich nur in einer vagen Richtung, gegen die gefährlichen Spiele der Finanzwelt. Ansonsten will der eine Demokratie und der andere Sozialismus, einer macht die Christen für das ganze Übel verantwortlich und ein anderer den Präsidenten. Manche suchen sich weniger globale Ziele der Kritik.

Und – selbstverständlich? – hat das Geld auch ein Wörtchen mitzureden.

Schließlich bewegen sich die Gruppen gemeinsam den Broadway hinauf. Dort stauen sich die Touristenbusse, deren Insassen kurz zuvor schon hören mussten, dass man heute leider nicht zur Wall Street kann. Und jetzt geht es für sie für eine Weile weder vor noch zurück.

Es wird sich zeigen, ob sich nicht doch noch ein Platz für eine Zeltstadt findet. Ich frage mich derweil, ob dieses Plakat ganz plakativ gemeint ist oder mit Fachbegriffen aus der Finanzwelt spielt.

Thema: High Tea, Lifestyle | Comments Off | Autor: