Nee, meine Kamera ist nicht kaputt. Der Gummibaum auch nicht. Es sind verschiedene Schichten, die das mit den verschiedenen Farben machen. „Das kann im Dschungel mal passieren“, sagt Charles. „Aber wenn dann einer vorbeikommt und es besonders findet, wird es vielleicht am Ende zu einer bekannten Sorte.“

Dieser Gummibaum ist nicht berühmt, aber er fällt schon auf. Dabei hat er Urlaub. „Staycation“ (von stay = bleiben und vacation = Urlaubsreise) nennen die Amis das, was in Deutschland unter „Urlaub auf Balkonien“ firmieren würde. Der Gummibaum hat ja gar keinen Balkon. Und Pflanzen bewegen sich ja nicht ständig von A nach B. Aber in Wave Hill bekommen sie trotzdem ihre Staycation: Die Tropenpflanzen dürfen das Gewächshaus verlassen und den Sommer draußen verbringen.

Das gefällt auch Zimmerpflanzen deshalb so gut, weil sie Luftbewegung mitbekommen, erklärt Charles. Das trainiert sie, so wie ihm ein Besuch im Fitnessstudio mal wieder ganz gut täte. Der Gummibaum biegt sich ein bisschen im Wind, als wollte er Charles‘ Worte bestätigen. Das richte kleine Schäden an, die die Pflanzenzellen mit Wachstum reparieren, und das mache sie widerstandsfähiger. Es ist also gar nicht nur der Regen, den die Pflanzen da draußen so mögen.

Aber wie auf Kommando fängt es an zu regnen. So sehr, dass ich jetzt doch gern dahin gehen würde, wo ein paar Tropenkollegen vom Mutantenbaum ausharren. Kurz vor dem ersten Frost wird es da drinnen wieder richtig voll. Bis dahin stehen überall in Wave Hill Kübel mit Urlaubsgästen herum.

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