Da stimmt doch etwas nicht! An zwei aufeinanderfolgenden Tagen begegne ich großen Tieren. Ich meine das jetzt nicht im übertragenen Sinne; Machtmenschen, ob eingebildet oder tatsächlich mit Einfluss ausgestattet, sind in New York ja leicht zu finden. Jetzt geht’s in die Fauna, nicht in den Angeberclub.

Diese Begegnungen lassen mich aufmerken. Schließlich gewöhnt man sich schnell daran, dass die vielen Tiere im Großstadtdschungel New York recht klein sind.

Da tummeln sich Mäuse und Spatzen, Raubvögel und Kakerlaken, in den Teichen der Parks und Friedhöfe schauen ausgesetzte Schildkröten griesgrämig, während die ebenfalls eingewanderten Papageien einen Heidenlärm veranstalten, und ab und an verirrt sich ein Kojote in die Straßen Manhattans. Eichhörnchen und Ratten kann man sogar leicht verwechseln, allein ihrer Göße wegen.

Aber jetzt treffe ich nacheinander einen Elefanten, eine Art Giraffe und ein Nilpferd. Das wäre doch glatt was für einen Familienurlaub! Denn anders als nach dem Zoobesuch können Mama und/oder Papa in diesem Falle hinterher sagen: „Nein, das können wir leider nicht mit nach Hause nehmen, das passt doch gar nicht durch die Tür.“

Große Tiere in New York: Elefant

Gut, dieser Elefant würde vielleicht passen. Aber sein lebendiges Gegenstück nicht. Dafür trompetet dieses Grautier Ratespiele in die Gegend: Ist er aus dem Porzellanladen herausgeflogen? Sind seine Füße umwickelt, damit er nicht so viel kaputtmacht? Oder trampelt er sonst zu laut, sobald keiner guckt (und sieht nur so leblos aus)?

Großstadtdschungel Fancy Animal Carnival von Hung Yi

Dieses zweite Tier zeigt dagegen seinen Daseinszweck gleich her. Solcherlei Muster rufen Deko. Und tatsächlich: Mit „Fancy Animal Carnival“ hat der Taiwanese Hung Yi vor, den Menschen Freude zu machen. Noch ist ja Winter, da funktioniert das konkurrenzlos.

Zu finden sind die Riesentiere, die Glück bringen sollen, im Garment District. Drumherum stehen noch ein paar Dschungelkollegen, und zwei Touristen machen Selfies mit den eben erst in New York entdeckten Buntpandas.

Ich ziehe weiter, und genau dann, als ich nicht mehr über die großen Tiere nachdenke, schaut mich diese Dame hier an:

Hippo Ballerina von Björn Okholm Skaarup

Die „Hippo Ballerina“ hat sich der dänische Künstler Björn Okholm Skaarup ausgedacht. Sie steht dieser Tage gegenüber vom Lincoln Center (wo die Met, das New Yorker Ballett und die New Yorker Philharmoniker ihr Zuhause haben). Niemand beachtet das  rund fünf Meter hohe Nilpferd im Tutu. Bis ich mich hinhocke und anfange, Fotos zu machen.

In New York übersieht man eben auch große Tiere ganz leicht.

Große Tiere in New York: Hippo Ballerina von Björn Okholm Skaarup

 

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