Das muss auch erst mal einer nachmachen: Mehrere Jahrhunderte unter der Erde, aber immer noch jede Menge Gratulantinnen zum Geburtstag. Johann Sebastian Bach würde sich darüber nicht wundern, selbst wenn er das noch könnte. Denn hätte der 1750 verblichene Barock-Star noch einen Kopf, den er schütteln könnte, dann hätte er Jahr um Jahr mit eigenen Augen gesehen, was an seinem Geburtstag los ist.

Bach in the Subways 2017 New York

Und er wäre ja nun nicht der Erste, der gerne in New York feiert. Geburtstag, meine ich. Hab ich auch schon oft gemacht. Sogar mit Ständchen. Aber das ist ein Fliegenschiss gegen das, was hier los ist, wenn Herr Bach 332 Kerzen auf die Torte gesteckt bekommt (jahaaa, akuter Appetit verdirbt mir die Bildgenauigkeit, aber jetzt mal ehrlich, würdet ihr statt des redensartlichen Pferds nicht viel lieber eine Riesentorte verschlingen – und an welchem Punkt würde ich mich wohl mit den Kerzen verzählen?).

Musik von Bach für alle – in der U-Bahn

Seit Jahren heißt es in New York tagelang: Bach in the Subways! Jetzt bitte keine Tränen: Ihr werdet dort keine Torte, kein Pferd und auch keinen Johann Sebastian Bach antreffen. Aber seine Musik. 2010 hat der New Yorker Musiker Dale Henderson damit angefangen, mit seinem Cello in der New Yorker U-Bahn Bach zu spielen – ohne Geld dafür anzunehmen. Im Jahr darauf lud er zu Bachs Geburtstag am 21. März andere Musiker ein.

Inzwischen gibt es Bach in the Subways in vielen verschiedenen Ländern und in noch mehr Städten – selbst wenn sie keine U-Bahn haben. Dieses Jahr hat das Gratis-Festival in New York bereits am Wochenende angefangen, es läuft noch bis einschließlich Dienstag (New Yorker Termine gibt es hier). Countdown zum 332. Geburtstag sozusagen.

Bach in the Subways 2017 New York

Deutsche Ableger der wohltemperierten Feiern gibt es etwa in Erfurt, Köln und Rudolstadt. Auf der Website von Bach in the Subways könnt ihr nachschauen, ob es auch bei euch in der Gegend ein Ständchen gibt. Oder vielleicht habt ihr ja am Wochenende schon eines gehört?

Das Uptown Cantata Project spielt „Erbarme dich“

Hier ein kleiner Eindruck davon, wie das am Columbus Circle in New York klang. Dort spielte ein Ensemble um den Barock-Violinisten Jude Ziliak, das sich in dem Clip „Erbarme dich“ aus der Matthäuspassion vornimmt. Mit Vanessa Cariddi (Mezzosopran), Alexandra Snyder Dunbar (Spinett) und Nada Radulovich (Cello).

 

 

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