Blickfang der Woche

Die Geschichte des Alkoholtrinkens ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Jedenfalls, wenn Deutsche Geschichten vom Alkoholtrinken in Amerika erzählen. In Wahrheit darf man in den USA in der Öffentlichkeit keinen Alkohol trinken, auch nicht in Papiertüten gehüllt oder so. Und das Auge des Gesetzes sieht und ahndet Verstöße gegen die open container-Regel.

Wir trinken also nur in Bars, Restaurants, Wohnzimmern und extra ausgewiesenen Orten (zum Beispiel auf lustig abgeteilten Bürgersteig-Sitzplätzen eines Restaurants). Deshalb hält sich auf den New Yorker Weihnachtsmärkten die Menge an alkoholisierten Besuchern in engeren Grenzen als in Deutschland – Vorglühen kann man natürlich hüben wie drüben.

Auf dem Weihnachtsmarkt selbst gibt es nur Alkoholfreies. Apple Cider ist in New York schon ab Herbsteinbruch (und der dazugehörigen Apfelernte) sehr beliebt. Das ist heißer Apfelsaft mit Gewürzen, sehr lecker und unferfroren unvergoren. Hot Chocolate gibt es auch an vielen Ecken, manchmal mit weiteren Zutaten, von Chili über Marshmallows bis hin zu Bananenschalen, aber auf gar keinen Fall mit Schuss.

Alle Jahre wieder findet sich unter den Weihnachtsmarktständen auch einer mit deutschen Produkten. Und das geht ja nun nicht ohne Glühwein. Der schon mit seinem Umlaut für Probleme sorgt. Vor allem aber darf kein Alkohol drin sein. Extra für die deutschen Besucher steht das auch gleich dran.

Wie machen die das wohl?, fragt ihr. Brauen die extra alkoholfreien Glühwein, und wenn, woraus besteht der denn dann? In diesem Advent steht der Hinweis in Flaschenform gleich neben dem Bottich mit der Ersatzflüssigkeit, die die Geschichte voller Missverständnisse bestens illustriert.

Glühwein alkoholfrei

 

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