Im November übernehmen nicht nur Kürbisse, sondern auch Kohlköpfe das Regiment auf den New Yorker Wochenmärkten. Das sieht allerdings anders aus als in Deutschland.

 

Kohl - Zierpflanze oder Kochzutat?

 

Hellgrüner Romanesco (die schicke Variante des Blumenkohl), pralle Weißkohlköpfe und rotlila Grünkohl (geht das überhaupt, so rein logisch betrachtet?) – dieser Tisch auf dem Union Square Greenmarket sieht aus, als hätte der Bauer bei seiner Saatplanung die italienischen Farben im Kopf gehabt.

Bunter Kohl: Blumentopf oder Eintopf?

Lustigerweise ragen ein paar Stände weiter ganz ähnliche rote Kohlrosetten aus Töpfen heraus – nicht aus Kochtöpfen, wohlgemerkt, sondern aus Blumentöpfen. Die schönen Blätter zieren in New York so manchen Garten, ich habe sie sogar schon in einem Beet rund um einen Straßenbaum entdeckt.

Ob das gute Aussehen der Kohlköpfe den New Yorkern nun dabei hilft, mehr gesundes grünes Gemüse zu essen? Vom Grünkohl-Hype hatten wir ja schon gesprochen. Außerdem immer noch trendy ist Rosenkohl. Hierzulande trägt er den schönen Namen „Brussels sprouts“, bei dem ich mir gerne vorstelle, wie die belgische Stadt in die Höhe sprießt – ach nee, das war ja New York mit dem Höherschnellerweiter.

Rosenkohl, New York Style

Rosenkohl entlockt deutschen Gourmets wohl kaum ein „Ach, das kannte ich ja noch gar nicht!“ Aber die Präsentation auf dem Wochenmarkt, zum Teil auch im Supermarkt, birgt Überraschungspotenzial.

 

Rosenkohl am Stiel

 

Klar findet sich Rosenkohl in New York schon mal in einem Netz wieder oder in einer Kiste, in der man die Kohlköpfchen durchwühlen kann. Aber oft bleiben selbige am Stiel – und sind als komplette Pflanze zu kaufen. Na ja gut, ohne die riesigen Blätter.

 

Rosenkohl New York

 

Das spart dem Bauern Mühe. Blöd ist natürlich, dass sehr viele New Yorker Küchen sehr klein sind. Und mit klein meine ich: Du kannst froh sein, wenn deine Arbeitsfläche breit genug ist für ein Schneidebrett. Da eckt so ein Rosenkohltrumm an, man muss sich etwas einfallen lassen. Oder den Küchentisch endlich mal freiräumen.

Wie ich höre, machen manche das Vorbereiten deshalb zum Familienspiel. Gesundheitsapostel mögen diesen Rosenkohl sogar dazu verwenden, Gemüseverächtern das Grünzeug per Erlebnisparcour näherzubringen: Wer Kohl vom Stiel geklaubt hat, isst ihn hinterher auch viel lieber. Oder etwa nicht?

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