Dieses Kind hat offenbar den Lukas gehauen: Es scheint so stark, dass ganz New York es in Frieden lässt – während Streetart ansonsten schnell mal kaputtgemacht oder übermalt wird. Oder geklaut. Schließlich ist der Banksy Hammer Boy das Werk einer Streetart-Legende.

Banksy Hammer Boy New York Streetart

Im Nachhinein sagten viele, das sei eine Hipster-Schnitzeljagd gewesen. Im Oktober 2013 hatte die britische Streetart-Legende Banksy sich nach New York begeben, um die Stadt jeden Tag mit einem neuen Stück Kunst zu verzieren. „Better Out than In“ nannte der Künstler das einen Monat dauernde Gesamtprojekt.

Unser damaliger Bürgermeister Bloomberg sah Kunst aber lieber in der Galerie als draußen, und an einem Tag meldete Banksys Website, es gäbe wegen „Polizeiaktivitäten“ leider kein neues Werk. An den anderen Tagen tauchte irgendwo auf den sozialen Netzwerken das erste Gerücht auf, wo der neueste Banksy zu finden sei, und Heerscharen mit Smartphonekameras setzten sich in Bewegung.

Schnell musste es gehen, weil schnell verschwand, was an Wänden erschienen war. Oberfans versuchten, die Streetart zu klauen, Banksy-Feinde gingen auf Zerstörungsfeldzüge, und manche Hausbesitzer rückten mit einem Farbeimer an. Deshalb hielten die meisten Bilder dieser Spezialausstellung nur wenige Stunden.

Eine Ausnahme ist der „Hammer Boy“. Zwar versuchte auch hier jemand, das Stencil zu übersprühen, aber die kameraschwingende Menge hielt ihn davon ab. Und dann kam der 85 Jahre alte Lebensmittelladenbesitzer, dem auch das Haus gehört, an dem Banksys Hammer in der Luft hängt.

Eben jener Saul Zabar entdeckte begeistert, was er Straßentheater nannte: Die Leute stellen ihren Fuß auf die rote Standpipe oder legten ihren Kopf drauf, als würden sie einen Schmetterschlag riskieren. Das gefiel Zabar, und die Verzierung der schnöden Wand sowieso. Das sei ja kein Graffiti, sagte er unfreiwillig genrefest, das sei ja richtig schön. Deshalb ließ er flugs Plexiglas über dieses Stück Streetart schrauben. Und deshalb kann man es heute noch bewundern.

Allerdings schraubte Zabar auch noch eine Plakette über die Scheibe, die auf die gute Tat im Namen der Kunst hinweist. Das kommt bei Kennern überhaupt nicht an. Sie finden, dass die eigentlich dort hängenden Warnschilder zum Werk gehören – und Zabars Extrawurst entsprechend die Kunst zerstört.

Ein Schelm, wer dabei das Wort „Werbung“ denkt.

Banksy Hammer Boy New York

Wollt ihr selbst mal gucken? Banksy: „Hammer Boy“, 79th Street Ecke Broadway, Upper West Side.

 

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