Höflichkeit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr. Die New Yorker Verkehrsbetriebe MTA zeigt: ganz im Gegenteil. Jedenfalls in der U-Bahn.

Dieses Jahr ist das Jahr der Höflichkeit in New York! Nicht. Aber die New Yorker Verkehrsbetriebe, die MTA, hat dieses Jahr nicht nur mal wieder die Fahrkartenpreise angehoben, sondern versucht dasselbe auch mit der Moral. Oder zumindest den einfachen Verhaltensformen, mit denen das Leben so viel angenehmer würde.

Da tauchen Plakate auf, mit Bild und Text. Sie fordern dazu auf, nach dem Einsteigen in die U-Bahn nicht gleich an der Tür stehenzubleiben – und den Weg für andere zu blockieren. Rucksack abnehmen ist auch eine gute Idee. Und bitte nicht die Fußnägel schneiden. Das klingt so simpel und nach gesundem Menschenverstand, meint ihr? Na dann werdet ihr beim U-Bahn-Fahren in New York einen wunden Skalp kriegen vor lauter Kopfkratzen.

Mein Favorit aus der Kampagne ist übrigens: „Dude … Stop the spread, please. It’s a space issue.“ Wenn ihr jetzt nur Bahnhof versteht, schaut einfach mal das Plakat dazu an.

Offenbar geht die MTA mit ihrer Kampagne jetzt noch einen Schritt weiter. An dieser Haltestelle (6 train, 51 Street, Richtung Uptown) haben emsige Arbeiter gelbe Abschnitte auf den Bahnsteig gepappt, wo jeweils die Türen der Bahn aufgehen werden sollen, und mit Pfeilen und Worten dargestellt, wie das Aus- und Einsteigen am effektivsten von statten ginge.

 

Zur Seite treten, bitte!

 

Für diejenigen, die nie nach unten schauen, auch nicht, wenn da eine Ratte … also für diejenigen hängen außerdem Plakate an den Säulen. Und diesmal stehen da nicht nur lustige Sachen, die das Konvertieren zur höflichen Gemeinde erleichtern sollen.

Diesmal fräst sich ein Reim ins Hirn der Ungehobelten. „Step aside, speed your ride“ – höflich geht schneller.

 

Tritt beiseite, dann geht's schneller voran.

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