Die Schlagzeilen der Woche kommen mir diesmal ganz besonders vor, als wäre in meinem Kopf Jahrmarkt: Schreck und Staunen, Gekicher und Gekotze sind Nachbarn. Zu den Requisiten zählen passenderweise ein Schwert, etwas Glitzerndes und jede Menge Uniformen.

Anschlag in der Nähe des Times Square

In der Woche, in der alle Welt entsetzt nach London schaut, wo ein Mann mehrere Passanten überfuhr und einen Polizisten erstach, gab es auch in New York einen Terroranschlag. Ein Mann aus Baltimore war mit dem Ziel nach New York gefahren, am Times Square möglichst viele Menschen umzubringen. Es gab ein Todesopfer, Gewahrsam für den Täter und einen bitteren Beigeschmack: Manche tun sich damit schwer, den Täter einen Terroristen oder auch nur Mörder zu nennen. Er ist ein weißer Amerikaner und hatte Schwarze als Opfer auserkoren. (Nachlesen und TV-Beitrag ansehen bei CBS)

Noch ein Eric Garner-Skandal?

Ein in New York verbotener Polizeigriff hat im Juli 2014 dazu beigetragen, dass der Schwarze Eric Garner starb, und obwohl das Verhalten der beteiligten Polizisten per Video dokumentiert ist (ihr erinnert euch an „I can’t breathe“?), wurde der Beamte von einem Geschworenengericht freigesprochen. Ein Verfahren des Justizministeriums läuft noch. Diese Woche kamen Unterlagen ans Licht, die belegen: Der Täter hatte mehrere Bürgerbeschwerden am Hals. Das hatte schnell Konsequenzen: Der mutmaßliche Whistleblower beim städtischen Civilian Complaint Review Board, das für Beschwerden über Polizeifehlverhalten zuständig ist (und unabhängig von der NYPD operiert), ist seinen Job los. Der Polizist ist immer noch im (Schreibtisch-) Dienst. (Nachlesen beim Gothamist und Daten über Polizeibeschwerden am Schluss der FAQ des CCRB)

Nadel im Heuhaufen

Viele Menschen haben Angst davor, ihren Ehering versehentlich den Waschbeckenabfluss hinabzuschicken. Eine New Yorkerin hatte ähnliches Pech nicht beim Händewaschen, sondern beim Ringeputzen: Zusammen mit Putztüchern wanderten Ehe- und Verlobungsring in den Müll. Da erwies es sich, wie genau die New Yorker Müllabfuhr arbeitet – und es gab ein (stinkendes) Happy End. (Nachlesen bei der New York Daily News)

Keine Kohle für Kunst?

International hat die Trump-Regierung vor allem mit ihren Plänen für radikalen Sozialabbau im Gesundheitssystem Schlagzeilen gemacht. Aber neben diesem dann doch nicht zur Abstimmung gebrachten Gesetzesentwurf sind Hunderte weitere durch die Sitzungen gerauscht. Noch nicht besiegelt ist das vom Präsidenten gewünschte Ende der Kulturförderung namens National Endowment of Arts. Das Center for Urban Future hat ausgemalt, was dessen Abschaffung für New York bedeuten würde: Für die Stadt steht mehr auf dem Spiel als für mehrere der nächstgrößten US-Städte zusammen. (Nachlesen beim Center for an Urban Future)

Das unperfekte Verbrechen

Immer wieder läuft in Flughäfen der Warnhinweis vom Band: „Don’t leave your luggage unattended.“ Das gilt auch für Promis, lernte der Musiker John Legend auf die harte Tour. Der Dieb kam allerdings mit Legends Luxusgepäck nicht davon – die Flughafenpolizei am JFK kannte ihn zu gut. (Nachlesen bei amNY)

Apropos Promi:

Der Gebärdensprache-Übersetzer des New Yorker Bürgermeisters hat es vor zwei Jahren schon mal bis in eine deutsche Fernsehshow geschafft (damals machte sich Stefan Raab über die ausdrucksvolle Übersetzung lustig und bekam dafür Ärger). Jetzt spielt Jonathan Lamberton die Hauptrolle im neuen Musikvideo von Future Islands – er übersetzt den Songtext für Taube. (Video gucken bei Youtube)

 

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