Blickfang der Woche

Boaty Mc Boatface. Doch, da klingelt etwas, als der Kollege es erwähnt. Ich hatte davon gehört, es aber für eine Lügengeschichte gehalten. Jetzt erfahre ich die Wahrheit: Tatsächlich hatte Großbritannien letztes Jahr dazu aufgerufen, Namen für ein Forschungsschiff einzureichen und darüber abzustimmen. Nimmersatte Trolle aßen die Seele dieser Idee und taten nichts anderes mehr, als den Namen Boaty McBoatface durchzudrücken.

Ich stelle mir vor, wie sich jemand mit schallendem Gelächter versichert, dass das ein total witziger Name ist. Wenn man nur laut genug lacht da unten im Keller, dann denkt man, die anderen lachen mit einem. Die anderen, die auch irgendwo sitzen und klicken und so viel Freude am Kaputtmachen haben wie Dreijährige, die dem Geschwisterchen die Bauklötze umnieten.

Achtjährigen fehlt zum Trollen offenbar entweder die Boshaftigkeit oder der Wortschatz oder beides. Jedenfalls ist New York ihretwegen glimpflich mit der Idee weggekommen, nach Namen für die neuen Fähren zu fragen.

Gut, das britische Beispiel hat ja gezeigt, dass man sein Schiff einfach auf einen anderen Namen taufen kann. Aber in New York durfte von vornherein nicht jeder Troll mitmachen. Zweitklässler aus Schulen, die in der Nähe einer Anlegestelle für eine Fähre liegen, sollten die Namen aussuchen. Eines ihrer Schiffe gleitet gerade an mir vorbei.

Im Mai beginnt die Stadt New York damit, ihren neuen Verkehrsplan umzusetzen – auf dem Wasser. Mit den ersten beiden neuen Routen für Fähren, einem neuen Betreiber, neuen Fahrpreisen und nagelneuen Schiffen. Eins davon zieht gerade eine Proberunde auf dem East River, und an seinem Bug sehe ich, was die Kinder angerichtet haben.

Ferry NYC Fähre Lunchbox

Jetzt heißt die Fähre nämlich Lunchbox. Also Butterbrotdose.

Und das ist nur der Anfang. Ein paar weitere Schiffsnamen sind schon raus – einer davon lautet Friendship Express.

 

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