Von wegen Sommerloch! Auch wenn viele New Yorker gerade außerhalb auf Erholungssuche sind, steht die Stadt nicht still. Für Gesprächsstoff sorgt unter anderem ein Phantomriesenrad, aber wir haben auch jede Menge Reiche-Leute-Probleme zu bieten und eine scheinalte Katze.

Nur nicht so stürmisch!

Vor knapp fünf Jahren hat Hurricane Sandy bewiesen, wie schnell New York unter Wasser steht. Eine der daraufhin ausbaldowerten Gegenmaßnahmen wäre zum Beispiel eine quasi wieder neu angelegte natürliche Barriere aus Marschland, die Flutwellen auffängt und obendrein einen prima Park abgibt. Doch politische Probleme bremsen die Umsetzung auf Wasserschneckentempo. Eines davon fängt mit T an und hört mit P auf, ein anderes ist ein wenig kafkaesk. (Video schauen bei NY1)

Wheel of Misfortune

Es muss ja immer alles Superlativ sein, ne? Besonders in New York. Da reicht es einfach nicht, das höchste Riesenrad der westlichen Hemisphäre zu bauen, es braucht mehr. Die Lösung: Pleiten, Pech und Pannen im großen Stil. Vor einem Monat stoppten die Bauarbeiten am New York Wheel wegen Streitigkeiten mit der Baufirma, und Gutachter der Stadt fanden auch Bedenkliches. Jetzt soll eine andere Firma einspringen, aber erst mal müssen die Kräne der alten Firma weg … und eigentlich sollte das Riesenrad bereits 2016 fertig sein. Ob am Ende der Berliner Flughafen noch eine Markenrechtsklage in punkto „Dauerbaustelle“ draufsetzt? (Nachlesen: Das Neueste von den Baufirmen bei SI Live, Bilder anschauen und Bauprobleme begutachten im The Architects Newspaper)

Raucherbein für Reiche

Wer nach New York reist, schnallt angesichts unserer Zigarettenpreise ab: mehr als 10 Dollar? Pah, das war noch gar nichts: In Zukunft wird eine Schachtel in New York 13 Dollar kosten. Die Stadtverwaltung hat ausgerechnet, wie viele Leute sich das gesundheitsschädliche Laster dann nicht mehr leisten können – und ein entsprechendes Steuergesetz verabschiedet. (Die komplette aktuelle Gesetzgebung gegen das Rauchen plus Hintergründe beim New Yorker Gesundheitsamt nachlesen)

Gold, Digger!

Es gibt Frauen, die in gediegenen Clubs und Bars reiche Männer suchen, fürs ganze Leben oder zumindest für eine rauschende Party. Despektierlich nennt man sie gold digger (Goldgräberinnen). Für Männer, die (glauben, dass sie) ohne Geld keine Frau abkriegen, kenne ich höchstens den Begriff john (Freier), aber jene buchen und bezahlen entsprechende Dienstleistungen. Und geben nicht bloß ein paar Drinks dafür aus. Eben jene Frauenaufgabler regen sich jetzt fürchterlich darüber auf, dass offenbar einige Frauen das mit dem Gold wörtlich genommen haben – und etwa Golduhren von fünfstelligem Wert eingesackt haben. Die Betroffenen sind empört und peinlich berührt und trauen sich nicht mehr in den New Yorker Reiche-Angeber-Hotspot 1 Oak. (Nachlesen bei der New York Post)

Traumjob im Luxushotel: Chefkatze

Seit beinahe hundert Jahren hat das Algonquin Hotel einen legendären Ruf. Nicht nur wegen der scharfzüngigen Intellektuellenrunde um Dorothy Parker in dessen Hotelbar, sondern auch wegen der hoteleigenen Katze. Die hat da einen Job! Sie macht Gäste glücklich, und das ist anstrengend, deshalb geht Mathilda III (ihr dachtet jetzt nicht ernsthaft, dass Katzen 100 werden, oder?) nun in Ruhestand – und das Hotel stellt seinen neuen cat supervisor Hamlet vor. (Bilder anschauen und lesen bei Untapped Cities)

Zugabe: Aus der Geschichte lernen

Von wegen, die Zeitung von gestern ist gerade noch gut genug dafür, einen Fisch drin einzuwickeln (macht das eigentlich noch irgendwer?)! Durch Zufall fiel mir ein drei Jahre (!) alter Artikel in die Hände, den ich euch ans Herz lege. Geschrieben hat ihn der Party-Rocker Andrew W. K., der aus seiner „immer auf die Zwölf“-Haltung eine Art Philosophie machte und – irgendwie folgerichtig – von der Village Voice als Ratgeberonkel eingekauft wurde. Nun lest, was Andrew W.K. einem Ratsuchenden mit auf den Weg gibt, der mit seinem rechtsextremen Vater nicht zu Rande kommt. Quasi ein Rat für ganz Amerika. Und Europa. Und überhaupt.

Ask Andrew W.K.: My Dad is a Right-Wing Asshole

 

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