Bunt ist New York nicht nur zur Fashion Week. Die neueste Mode liefert meine Auswahl an Schlagzeilen nicht. Dafür aber ein grünes Dach, einen roten Teppich, sprühende Funken in der U-Bahn und Leute, die sich Designerkleider leisten können und trotzdem nicht zufrieden sind.

9/11: Let the Sun Shine In

Am 16. Jahrestag der Anschläge auf das World Trade Center finden viele Gedenkfeiern statt. Viele drehen sich um Trauer und Erinnerung, aber so manche tragen auch Hoffnung in die Welt – gerne mal in strahlender Symbolform. Schon der der Nacht vor 9/11 strahlten zwei Lichtsäulen wie Geister der beiden Türme weit in den Himmel – das ist quasi eine New Yorker Tradition geworden. Nebenan entwickelt sich eine neue Tradition: Im Oculus, dem direkt an der Gedenkstätte zum 11. September gelegenen strahlendweißen Konsumtempel, der zu einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt der Stadt gehört, hat sich am Morgen die Decke geöffnet, um die Sonne hereinzulassen. (Bilder sehen – mit Glasdach und ohne und vom feierlichen Sonnenstrahlmoment bei Gothamist und bei Curbed NY)

U-Bahn: Wo Abfall ins Geld geht

Wahrscheinlich gibt es überall Leute, die meinen, es macht ja nix, wenn sie einfach fallen lassen, was sie nicht mehr brauchen. Doch in den Tunnels der New Yorker U-Bahn brennt es immer wieder, weil Zeitungen, Kaffeebecher und Konsorten durch die Gegend wehen und am Third Rail – der Starkstromleitung – Funken schlagen. Deshalb verdoppeln die Behörden jetzt das Bußgeld für littering. (Neue Preise für achtloses Wegwerfen nachlesen bei AP)

I’m A Loser, Baby

New York ist auf Superlative gebaut. Und eitel. Aber second to none muss die Diva sich jetzt sonstwohin stecken, wenn es um die Penunzen geht. Nicht nur, dass der alljährliche Global Financial Centres Index (GFCI) New York unter den wichtigsten Finanzzentren der Welt abermals auf den zweiten Platz verweist, sondern der Abstand zum Spitzenreiter ist auch noch größer geworden. Den hält übrigens – trotz Brexit, wohlgemerkt – London.

Und auch die Millionärsproduktion lässt zu wünschen übrig: Zwar wohnen inzwischen etwas mehr als 50.000 Menschen mit einem zu versteuernden Einkommen (also nicht Gesamtbesitz, sondern jährlicher Zugewinn) von mehr als einer Million in New York, aber zwischen 2010 und 2015 sind weniger neue Millionäre dazugekommen als im amerikanischen … Durchschnitt. Aus diesem bösen Wort könnten Politiker nun ein Argument gegen die Millionärssteuer im Bundesstaat New York stricken. (Das Ranking der Finanzzentren nachlesen bei CNBC und die Studie zu den Millionären beim Empire Center for Public Policy nachlesen)

So eine Art Einheitsfeier

Ja, noch immer ziehen Protestmärsche durch New York, es scheinen sogar immer mehr zu werden, weil es immer mehr Anlässe gibt, vor einer der Trump-Immobilien aufzukreuzen und zu zeigen: Nicht mit uns! Die New Yorker Stadtverwaltung will nun auch mal betonen, was wir eigentlich alle gemeinsam haben. Im Frühjahr haben sich die Einwohner dazu per Online-Abstimmung auf ein New York-Buch geeinigt, das es dann zu lesen gab. Jetzt ist ein New York-Film dran – und weil großes Kino leichter gemeinsam zu genießen ist als ein Buch, finden am 13. September in allen Stadtteilen kostenlose Vorstellungen statt. Gewonnen hat übrigens „Crooklyn“ von Spike Lee – falls ihr aus der Ferne mitgucken wollt. (Nachlesen und Trailer schauen beim New York Mayor’s Office of Media and Entertainment)

Biokraftstoff vom Dach

Power plant bedeutet auf Deutsch eigentlich Kraftwerk. In diesem Falle aber wachsen tatsächlich Pflanzen, die Energie … nun ja, nicht erzeugen, sondern sparen: Die Brooklyn Library hat das Dach einer Filiale begrünt, um damit für bessere Luft zu sorgen, aber auch zu isolieren – und ihre Heizkosten- und Stromrechnung zu verringern. (Nachlesen im Brooklyn Paper)

New York Fashion Week: Nothing (Else) Matters

Es ist Modewoche in New York. Zwar gibt es keinen zentralen Veranstaltungsort mehr, an dem sich die Schönen und Einflussreichen tummeln, aber hey, je mehr rote Teppiche, umso besser fürs Geschäft. Es sei denn, es kommt jemand daher, der zwar schillert, aber nicht über Mode spricht. Schauspieler Jim Carrey („Truman Show“, „Ace Ventura“) erzählt der TV-Interviewerin Catt Saddler, dass der ganze Zirkus gar nicht existiert – und die … ach, das müsst ihr selber sehen. (Video vom Jim Carrey-Interview gucken bei E! Live/Youtube)

New York in surreal

New York treibt es trotz allem immer noch bunt, man muss nur wissen wo. Wir gucken dazu derzeit zum Beispiel das neue Musikvideo von St. Vincent. Praktischerweise hat sie es „New York“ genannt und Insiderwitze drin versteckt – da schaut mal, ob ihr etwas wiedererkennt. (Video anschauen auf Youtube)

 

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