Ob es an der Jahreszeit liegt? Oder an der Insellage? Die Nachrichten in New York sind derzeit jedenfalls ganz schön nass.

Was New York schmerzt

Berichten deutsche Medien eigentlich über das gigantische Drogenproblem in den USA? Schnell hingeschrieben: Auf Betreiben der Pharmaindustrie haben Ärzte jahrelang neue Schmerzmittel verschrieben, die abhängig machen – und viel, viel stärker sind als etwa Heroin. Quer durch die Gesellschaftsschichten gibt es Leute, die nach einem Unfall oder einer Operation nicht mehr runterkommen von Medikamenten wie Fentanyl – und sich ebensoleicht mit der Dosierung vertun. In New York ist die Zahl der Todesfälle allein wegen dieser speziellen Droge um mehr als 300 Prozent gestiegen. Politiker in Stadt und Bundesland ringen um Maßnahmen, um diese Entwicklung umzukehren. (Nachlesen bei am New York)

Wo New York weniger scheiße ist

Ich habe den Verdacht, dass es diese Art Nachricht zwar vielleicht nicht nur in New York geben kann, aber auch nicht an sonderlich vielen anderen Orten. Ich hoffe es jedenfalls. Der Gowanus-Kanal – New Yorks liebste Quelle für Horrorgeschichten – enthält von Jahr zu Jahr weniger menschliche Stoffwechselendprodukte! In diesem Sommer gab es satte zehn Tage, an denen so wenig Fäkalien nachweisbar waren, dass man theoretisch im Gowanus hätte schwimmen können. Dass er außerdem jede Menge Umweltgifte enthält, ist für diese Meldung nicht weiter von Belang. Schließlich hat ein Wissenschaftler gesagt, die wirken sich meist erst bei häufigerem Kontakt auf die Gesundheit aus. (Nachlesen im Brooklyn Paper)

Wenn „New York Times“-Journalisten twittern

Da hat die New York Times vielleicht eine Diskussion vom Zaun gebrochen: Wo hört der Beruf auf und fängt das Private an? Nein, wir reden uns nicht über den Feierabend die Köpfe heiß, sondern über Twitter. Denn nur weil der Präsident dort drauflostippt, als gäbe es kein Morgen (oder als wollte er erreichen, dass es tatsächlich keins mehr gibt), dürfen die Mitarbeiter des großen New Yorker Medienhauses das noch lange nicht. Sie dürfen auf den sozialen Netzwerken fortan nirgendwo Partei ergreifen. Das kann man als Ringen um Neutralität begreifen – oder als Zensur. (Die neuen Richtlinien nachlesen bei der New York Times)

Wenn die Bahn nicht kommt

Die Probleme der New Yorker U-Bahn nerven seit Jahr und Tag, und selbstverständlich finden alle, dass es immer schlimmer wird. Neu ist, dass dahinter auf einmal Zahlen auftauchen, die besagen: Das stimmt, und es ist mehr als nur ein Anlass zum Verrücktwerden, und wir stellen jetzt mal Dollarzeichen vor unsere Zahlen. Das Independent Budget Office (eine Behörde, die Ausgaben nachprüft) hat errechnet, was die Verspätungen unsere Wirtschaft kosten. (Nachlesen im Bericht des IBO)

Wenn die Flut kommt

New York ist eine Küstenstadt, die auch noch zum größten Teil aus Inseln besteht. Da könnt ihr euch ja denken, dass der Anstieg des Meeresspiegels ein Thema ist. Allerdings betrifft das nicht irgendeine ferne Zukunft – sondern den Alltag. Der fabelhafte Fotograf und New York-Küstengeschichtenfinder Nathan Kensinger zeigt euch, wo New York bereits heute auch ohne Sturm unter Wasser steht. (Bilder anschauen und nachlesen bei Curbed NY)

Wenn der Durst kommt

Exklusivität beruht darauf, dass nicht jeder hinein darf in den erlauchten Kreis. Das imitieren manche gar nicht so tollen Clubs mit einer ultrastrengen Türpolitik. Eine Bar in Brooklyn geht die Sache mit dem kleinen Kreis nun ganz buchstäblich an: Sie ist so klein, dass nur drei Leute hineinpassen, und einer von denen muss per Bardefinition schon mal der Barkeeper sein. Dass das Ganze in einem Vorratsschrank stattfindet, hat den erlauchten „New Yorker“ nicht von einem Bericht abgehalten. Im Gegenteil, schätze ich. (Barbesuch nachlesen im New Yorker)

 

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