Blickfang der Woche

Lausig, bitter, eisig, klirrend … kalt! In New York haben wir auch viele Worte für eine Kältewelle, aber es gibt noch was obendrauf: Wir können die Kälte sehen! Und nein, damit meine ich keine Atemwölkchen.

Die Verwaltung des Bryant Parks stellt das Wasser in ihrem großen Brunnen nicht ab, wenn der Herbst sich verabschiedet. Sie hat extra Vorkehrungen getroffen, damit die Wasserleitungen nicht platzen. Kommt dann der Frost, und zwar heftig und lange genug, bildet sich eine Kruste.

Genau deshalb bleibt der Brunnen in Betrieb – und falls die Eiszapfen die Granitschalen doch zu sehr belasten, meißeln Parkmitarbeiter einige von ihnen ab. Ansonsten verändert er sich von Tag zu Tag, weil das Wasser weiterläuft und sich immer neue Eisskulpturen bilden. Sehr fotogene Eisgestalten!

Weil es derzeit schweinekalt ist in New York, fackeln die vielen Selfietelefonhände vor dem Brunnen nicht lange, zack, fertig, bloß wieder ab in die Handschuhe, den Muff oder um eine heiße Tasse herum. Das bedeutet, ich kann fast menschenleere Fotos vom Hauptdarsteller dieses Wintermärchens machen.

Eisbrunnen Bryant Park

Der von Charles A. Platt 1912 gebaute Brunnen ist übrigens Josephine Shaw Lowell gewidmet, die Ende des 19. Jahrhunderts wichtige soziale Verbesserungen durchsetzte (mehr über diese faszinierende Frau könnt ihr hier nachlesen). Er soll das erste Denkmal für eine Frau in New York gewesen sein.

 

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