Von Kältewelle und Schnee habt ihr ja sicher schon gelesen – es ist Winter, wer hätte das gedacht? Abgesehen vom gefährlichen Wind da draußen bewegt uns auch in der guten Stube einiges. Poller und Uhren, Äxte und Zimtschnecken haben sich in den Blätterwald geschlichen … und jetzt ist großes Hallo.

Luxus-Bollwerke gegen Mörder?

Die Village Voice nennt sie „eine neue, 50 Millionen Dollar teure Waffe im Krieg gegen den Terror“: Poller. Als Metallsäulen stehen sie schon eine ganze Weile lang relativ unauffällig vor dem Grand Central Terminal (über dessen Sicherheitsvorkehrungen ich hier schrieb), anderswo in New York liegen dicke Zementblöcke im Weg. Nachdem 2017 zweimal ein Auto in eine Menschenmenge raste (einmal ein Fahrer unter Drogeneinfluss, einmal ein IS-inspirierter Fahrer), will die Stadtverwaltung nun zeigen, dass sie etwas unternimmt – und rüstet in punkto Barrikaden auf. Aber 30.000 Dollar für einen Poller? Diese und andere wichtige Fragen zu den Maßnahmen bleiben zunächst unbeantwortet. (Nachlesen in der Village Voice)

Unsere U-Bahn ist nicht mehr unterirdisch!

Ach nee, doch nicht. In Manhattan jedenfalls fährt sie unter der Erde, und es ist immer noch keine Lösung für die Dauerprobleme in Sicht. Aber, Leute: Im gesamten Streckennetz sind die Haltestellen jetzt mit Anzeigen ausgestattet, wann die nächste Bahn kommt! Und nachdem diese Anzeigen zunächst ausschließlich unten auf den Gleisen auftauchten (wo man längst durchs Drehkreuz ist, also bezahlt hat), entdecken scharfe Augen nun auch überirdische countdown clocks. Zum Preis von rund 30 Millionen Dollar bekommt New York sogar noch Datum und Temperatur angezeigt. Dass mitten in einer Kältewelle da frühlingsmilde Zahlen standen, nennen wir einfach mal aspirational.  (Die U-Bahn ist mal wieder ein Fest für den New Yorker Boulevard: Die NY Daily News meldet die komplette Ausrüstung mit den Bahnanzeigen, und zwei Tage später kontert die New York Post mit den Defekten)

Rezept für Unaufrichtigkeit

Wie anderswo in den USA kommen auch in New York täglich neue Fälle ans Licht, bei denen berühmte Herrschaften sich anderen (meistens Frauen) gegenüber über Gesetze, Gerechtigkeit und ein Respektmindestmaß hinweggesetzt haben. Plötzlich kann jeder sehen, welches Ausmaß ein solches Verhalten hat – und die Reaktionen der Beschuldigten können sich selten sehen lassen. Von wegen eigene Fehler klar benennen, dessen Folgen für andere anerkennen und Schritte zur Besserung anbieten … Im Wust der „Entschuldigungen“ hat der New Yorker Promikoch Mario Batali neue Maßstäbe gesetzt. Er schreibt an alle in seinem Newsletterverteiler – und hängt fröhlich ein Zimtschneckenrezept hinten dran. (Nachlesen bei The Cut)

Met Museum erzieht Touristen

Groß und breit steht der Eintrittspreis an den Tafeln: 25 Dollar. Und in klein darunter: empfohlener Eintrittspreis. Das war dazu gedacht, dass auch diejenigen jede Menge Kultur bekommen, die sich einen Besuch in einem riesigen Spitzenklassemuseum sonst nicht leisten können. Geklappt hat es nicht. Nur 17 Prozent aller Besucher des Metropolitan Museum of Art haben im Jahr 2017 den vollen Preis bezahlt, und ich bezweifle, dass die kompletten anderen 83 Prozent sich die 25 Dollar nicht leisten konnten. Die Billigheimermentalität hat nun Konsequenzen für alle: Ab März sind die Eintrittspreise fix. New Yorker dürfen gratis Kunst gucken, alle Auswärtigen zahlen – und schon geht das Gezeter los. (Details und Diskussion nachlesen bei Hyperallergic)

Wie die Axt im Walde

In New York könnt ihr nackt Yoga machen, Kajak-Polo spielen … und Axtwerfen trainieren. Klar, das letzte Jahr hat für einen gewissen Aggressionsstau gesorgt, und beim Hammerwerfen hat Werkzeug es ja sogar schon zu olympischen Ehren geschafft. Sooo last year – als Wettkampfsport ist Axtwerfen gerade der heiße Scheiß! In Brooklyn kommt dabei nun auch noch Alkohol ins Spiel. Und ich dachte immer, Dart-Pfeile in Bars seien gefährlich. (Wortspiel-überladenes Video gucken oder lesen bei CBS)

 

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