Planänderung

Am Anfang war es sein Ernst. Josh malte sich ein Schild und versuchte es einfach mal. Schließlich laufen in New York viele Leute mit Schildern herum. Davon gibt es zwei Kategorien: Die einen werben für Firmen, auf den Schildern ist zu lesen, wo es Anzüge, Tickets oder tolle Telefone gibt. Die anderen werben um Mitgefühl. Daran knüpft Josh an: („Hilfe! Ich brauche Geld für Gras“) Am Anfang war das ganz ehrlich gemeint. Als er dann aber ein paar hundert Dollar in der Tasche hatte, dachte er sich: Moment mal, damit lassen sich ja richtig Rechnungen…

Praktikantisch

Das ist natürlich alles nur Hörensagen. Und ich muss ein wenig für die Geschichte ausholen: Rob hat sie mir gestern erzählt. In den zwei Jahren, die ich ihn kenne (und auch schon Jahre davor) arbeitet er als Chauffeur. Die wirklich wohlhabenden New Yorker haben meist einen Privatchauffeur – aus Sicherheitsgründen bleiben sie gern bei demselben Fahrer. Den Namen seines Chefs hat Rob mir entsprechend auch nie gesagt. Ich weiß nur, dass er in der Finanzbranche arbeitet und seine Gattin bei einer namhaften Galerie. Nun die Geschichte: Der Sohn von Robs Chef macht gerade seinen Abschluss…

Ach du Schande!

Im Supermarkt hängen drei Fotos an der Scheibe, so dass man sie direkt sieht, wenn man den Laden betritt.  Die Bilder zeigen Ladendiebe in Aktion, mal in diesem, mal in jenem Gang dieses Supermarkts. Sie stammen aus Sicherheitskameras, sind entsprechend etwas unscharf, aber ich denke, man kann die Diebe durchaus wiedererkennen. Und über jedem einzelnen steht: „Shame on you!“ Es gibt keine Privatsphäre für Leute, die auch nur im Verdacht stehen, etwas Illegales getan zu haben. Die New York Post (wichtigste Boulevardzeitung hier) unterhält eine Rubrik namens „NYPD Daily Blotter„. Darin ist nach Stadtteilen aufgelistet,…

Mit oder ohne Telefon

Das iPad ist da. Ein paar Leute haben sich tatsächlich schon Freitag Nacht einen Platz vor dem Apple Store gesichert. Aber jetzt, wo die Zahlen raus sind – ca. 300.000 am ersten Tag verkauft – kommen auch die Unkenrufe. Gemessen am monatelangen Hype sei das doch ein Fliegenschiss. Prompt tauchen Werbeplakate auf. Lustigerweise sehe ich mehrere an Telefonzellen. Telefonieren kann man mit dem iPad ja nun mal nicht.

Auf die (Schlaf-) Mütze

Zugegeben, es gibt Opfer. Es sieht unschön aus. Im Wirklichkeit ist es ein Heidenspaß: Annual Pillowfight NYC am Union Square. Da fliegen die Fetzen unter anderem auch deswegen, weil die Veranstalter darum gebeten haben, nicht mit Federkissen zu kommen. Die Stadtreinigung wäre darüber alles andere als amüsiert.

Traumtänzer in New York

Christina träumt davon, Set-Friseuse beim Film zu werden. Sie macht gerade ihren Schulabschluss nach. Robert träumt davon, seine erste Ausstellung zu eröffnen. Er zeichnet jede Nacht. Tagsüber arbeitet er als Chauffeur. Alex träumt davon, mit der neuen Viral Marketing-Kampagne Maßstäbe zu setzen, die bleiben. Er hat bereits sieben Auszeichungen im Schrank stehen. Ruth träumt davon, wieder eigenes Geld zu verdienen, jetzt, wo die Kinder aus dem Haus sind. Sie nimmt Abendkurse und hat gerade die Lizenz als Immobilienmaklerin erworben. Mustafa träumt davon, auch seinem vierten Kind eine gute Ausbildung finanzieren zu können. Er verkauft illegal…