Bitte lächeln!

Natürlich kann man sich auch ein graviertes Messingschild neben die Tür schrauben lassen. Ärzte sind auch in New York recht angesehen. Aber ihre Techniken, um Patienten auf sich aufmerksam zu machen, haben eine andere Bandbreite als in Deutschland. Wie man zum Beispiel in Spanish Harlem sehen kann: Hier kann man sich eine Zahnspange verpassen lassen. Ganz in der Nähe ist eine Schule.

Sex & the Ziti

Sie heißt Ziti. Ich kenne sie schon länger, aber erst seit heute weiß ich ihren Namen. Ziti. Das ist italienisch. Oder so. Und ich gebe zu: Ich mag sie. Auch wenn das mit uns wohl keine feste Beziehung wird. Was nun Sex angeht: Heute freuen sich die Zeitungen darüber, dass New York in einem Ranking von askmen.com auf Platz 1 gelandet ist. Die Stadt, in der ich lebe, ist offiziell der beste Ort auf der ganzen Welt. Für junge Single-Männer.

Männer, die auf Wolken starren

Jetzt bekommen sie Presse. Dabei sind sie schon seit Ende März da. Nur ein paar von ihnen sind auf dem Boden geblieben. Viele von den anderen stehen auf Terrassen und Dächern. Bis zum 15. August sollen sie da bleiben. Es sind Skulpturen von Anthony Gormley – im doppelten Sinne: Der britische Künstler hat sich nicht nur das Konzept ausgedacht, sondern die 31 nackten Männer gleich noch nach seinem Ebenbild entworfen. Presse bekommen sie im Moment vor allem deshalb, weil angeblich Anrufe bei der Polizei eingehen, da stünde ein Selbstmörder auf dem Empire State Building. Im…

Ohne Asche

Selbst hier ist die Aschenwolke auf den Titelseiten. Ein Kollege fragt sich, ob er am Sonntag wieder nach Hause nach Deutschland kommt. Eine Pressefrau macht sich Sorgen, weil für morgen ein Termin mit lauter Franzosen angesetzt ist, und sie hat keine Ahnung, ob die eingeflogen werden können. Ich denke mir, gut, dass ich diese Sorgen nicht habe. Ich muss ja nur mit Handgepäck (zwei Interviews wiegen nicht viel) von Los Angeles nach New York zurückfliegen, und hier fliegt keine Asche herum. Trotzdem ist am Flughafen die Hölle los. Als ich mit dem Taxi ankomme, denke…

Planänderung

Am Anfang war es sein Ernst. Josh malte sich ein Schild und versuchte es einfach mal. Schließlich laufen in New York viele Leute mit Schildern herum. Davon gibt es zwei Kategorien: Die einen werben für Firmen, auf den Schildern ist zu lesen, wo es Anzüge, Tickets oder tolle Telefone gibt. Die anderen werben um Mitgefühl. Daran knüpft Josh an: („Hilfe! Ich brauche Geld für Gras“) Am Anfang war das ganz ehrlich gemeint. Als er dann aber ein paar hundert Dollar in der Tasche hatte, dachte er sich: Moment mal, damit lassen sich ja richtig Rechnungen…

Praktikantisch

Das ist natürlich alles nur Hörensagen. Und ich muss ein wenig für die Geschichte ausholen: Rob hat sie mir gestern erzählt. In den zwei Jahren, die ich ihn kenne (und auch schon Jahre davor) arbeitet er als Chauffeur. Die wirklich wohlhabenden New Yorker haben meist einen Privatchauffeur – aus Sicherheitsgründen bleiben sie gern bei demselben Fahrer. Den Namen seines Chefs hat Rob mir entsprechend auch nie gesagt. Ich weiß nur, dass er in der Finanzbranche arbeitet und seine Gattin bei einer namhaften Galerie. Nun die Geschichte: Der Sohn von Robs Chef macht gerade seinen Abschluss…

Ach du Schande!

Im Supermarkt hängen drei Fotos an der Scheibe, so dass man sie direkt sieht, wenn man den Laden betritt.  Die Bilder zeigen Ladendiebe in Aktion, mal in diesem, mal in jenem Gang dieses Supermarkts. Sie stammen aus Sicherheitskameras, sind entsprechend etwas unscharf, aber ich denke, man kann die Diebe durchaus wiedererkennen. Und über jedem einzelnen steht: „Shame on you!“ Es gibt keine Privatsphäre für Leute, die auch nur im Verdacht stehen, etwas Illegales getan zu haben. Die New York Post (wichtigste Boulevardzeitung hier) unterhält eine Rubrik namens „NYPD Daily Blotter„. Darin ist nach Stadtteilen aufgelistet,…