Schwer umworben

Ich denke sofort an Kalorien. „Wenn sie geboren werden“, staunt meine charmante Begleiterin, „sind die ja schon schwerer als ich.“ Trifft auf mich genauso zu. Und so nah wie im American Museum of Natural History kommt man sonst wohl kaum an ein Walross. An ähnliche Kaliber menschlicher Art allerdings schon. Deshalb gibt es Einrichtungen wie das Rudd Center for Food Policy and Obesity an der Yale Universität. Dort haben Forscher unter anderem herausgefunden, dass man mehr isst, wenn man Fernsehwerbung für Essen sieht, und dass die Werbung beeinflussen kann, welche Art Essen man bevorzugt.

Glückskekse

Es ist zu heiß für Heißgetränke. Aber warmer grüner Tee tut gut. Damit er die richtige Temperatur bekommt, brühe ich ihn eine ganze Weile zu früh auf. Und ertappe mich dabei, dass ich die Abkühlzeit gerne mal nutze, um Kekse kaufen zu gehen. In einem der kleinen Läden in der Nähe steht eine Plastikbox mit drei Fächern auf dem Tresen, darin liegen verschiedene, knapp handtellergroße Kekse. Einer kostet 45 Cents, drei bekommt man für 1,25 Dollar (was weniger ein Schnäppchen als vielmehr ein bequem zu zahlender Betrag ist, weil es 25-Cent-Stücke gibt). Ich nehme immer…

Moment mal: Kein Pardon

Viele Leute erzählen mir staunend, wie sehr es für die Chinesen  auf die Sprachdetails ankommt: Eine Silbe Mandarin, in verschiedenen Betonungen, Tonhöhen oder -längen gesagt, könne völlig unterschiedliche Bedeutungen haben. Das erfährt man in New York auch jenseits von Chinatown. Zum Beispiel mit „excuse me“. In Englischbüchern steht, das bedeute „Verzeihung“ oder „Entschuldigung“. Vielleicht noch so etwas wie „darf ich mal bitte?“. Aber je nach Betonung kann es auch etwas ganz anderes heißen. Einen ähnlichen Klang wie „excuse me“ (aber lauter) nutzen New Yorker, um sich den Weg freizuhupen. So gibt etwa ein Bauarbeiter, der…

Königlich unterwegs

Schick geht es immer noch zu, wenn man New York per Schiff betritt oder verlässt. Nur diesen melodramatischen Flair hat es nicht mehr – tränenreiche Abschiede sehe ich jedenfalls nicht, aber das würde auch schwierig, denn wenn man keine Bordkarte hat, darf man erst gar nicht ins Terminal. Fast niemand wird von Familie oder Freunden zum Schiff gebracht. Der Taxifahrer auf dem Hinweg kann es kaum fassen: „Sie wollen mit dem Schiff nach Deutschland fahren?“ Nun ja: Ich habe auch immer gedacht, mit dem Schiff nach New York, das wäre ja toll, aber eben auf…

Stadtteil-Symbolik

Als New York-Führerin bin ich mit einem deutschen Paar unterwegs, das auf Hochzeitsreise hier ist. Und den lieben langen Nachmittag freue ich mich daran, wie die beiden sich freuen. Auch an den zufälligen Sehenswürdigkeiten: Das Sofa im Schaufenster eines Ladens fängt sofort ihre Aufmerksamkeit – dort verbringen wir viel Zeit, während der ich schon mal einen Abstecher nach Brooklyn von meiner Liste streiche. Das wird zu spät. Darüber vergesse ich ganz, auf einen anderen Teil der Deko zu zeigen: Vorhin haben wir uns vom Highline Park aus angeschaut, wie Chelsea und der Meatpacking District ineinander…

Les-Ort

Lesesaal klingt so erhaben. Tatsächlich wirken manche dieser „reading rooms“ in New York beeindruckend. Zum Beispiel in der Filiale der NY Public Library an der Fifth Avenue, die in Filmen gerne mal vorkommt und in Wirklichkeit keine Leih-, sondern eine Präsenzbibliothek ist. Umgeben von alten Schinken stehen dort noch die grünen Lampen im Wall Street Design, zu denen die Laptops auf den langen Tischen nicht recht passen mögen. Dort habe ich mich in einen ganz speziellen Reading Room begeben. Grüne Lampen gibt es hier nicht. Aber grüne Tische. Und Stühle. Und Schirme. Der Bryant Park…