Ken war mir am Freitag schon aufgefallen. Er trägt ein Trikot der US-Mannschaft, steht am Tresen und feuert in amerikanischer Lautstärke die deutsche Mannschaft an. Nach dem Tor nutze ich die Gelegenheit, schnell aufs Klo zu verschwinden. Als ich auf dem Rückweg an Ken vorbeikomme, ruft er mir hinterher: „Ey, are you German?“ Erwischt. Ich hatte mich mit zwei Touristen in meiner Muttersprache unterhalten. Ich sage Ken, dass ich mich beim letzten Mal schon gewundert habe und jetzt gerne wissen möchte: Warum hält er immer so vehement zu den Deutschen? „Weil wir nicht gegen euch spielen wollen“, sagt er. „Das ist zu schwer.“

Sein Wunsch wird erfüllt, die USA werden gegen Ghana antreten. Er ist nicht der einzige, der den Deutschen mit einem Hintergedanken Glück wünscht. Nach dem Spiel sagt Louise, eine der nettesten Barfrauen der Gegend, zu mir: „Gut gemacht. Und jetzt tretet ihr den Engländern mal so richtig in den Arsch.“ Louise ist Irin.

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