Heute habe ich die erste gesehen. Ein Glück. Beinahe hätte ich sie über den Haufen gerannt, so wie sie wie ein Häuflein dahockte, mitten im strömenden Regen, nur um ein Foto zu machen, das alle Touristen so gerne machen. Dabei kann man das auch bei schönstem (und warmem) Wetter machen. Man muss nur genauer hinschauen.

Dass Dampf aus dem Gulli kommt, hat mit der Temperatur nichts zu tun. Es ist schließlich nicht das Abwasser, das dort vor lauter Umgebungskälte zu dampfen beginnt (auch wenn die ganz ähnliche Redensart manchmal zu den Tagesnachrichten passt). Dort unten laufen auch Rohre entlang, die heißen Dampf transportieren, und wenn Wasser auf die heißen Rohre tropft oder diese Rohre Löcher haben, steigt Dampf durch die Gullilöcher. Ansonsten heizt der Dampf Häuser, oft solche der öffentlichen Hand.

Die anderen Heizungen laufen meist mit Öl oder Gas wie in Deutschland. Aber anders als dort nehmen New Yorker das Wort „Zentralheizung“ oft wörtlich: Mieter können nicht an ihrer Heizung regulieren, wie warm sie es gern hätten, dafür ist eine Heizpauschale in der Miete enthalten. Diese Regelung ist weit verbreitet. Damit niemand dem Vermietergeiz zum Opfer fällt und im Kalten hockt, gibt es klare Vorschriften.

Die allerdings erfordern eine gewisse Abhärtung: Zwischen 1. Oktober und 31. Mai muss geheizt werden. Tagsüber, zwischen 6 und 22 Uhr, müssen es drinnen 68° Fahrenheit (20° Celsius) sein. Allerdings nur dann, wenn die Temperatur draußen unter 55° F (12,8° C) fällt. Da bekommt der Begriff „Übergangszeit“, mit dem man in Deutschland so gern merkwürdige Kleidung verbindet, gleich eine ganz neue Bedeutung.

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