Das könnte bald passieren: Ihr könnt nicht mehr alle Blogs lesen, auf alle Websites zugreifen, wie ihr es gewohnt seid. Auf manche kommt ihr einfach nicht mehr, obwohl sie weiterhin existieren. Bei anderen dauert das Laden so ewig, dass ihr es aufgebt. Oder ihr werdet aufgefordert, erst mal für ein „Upgrade“ zu zahlen, ehe ihr etwas zu sehen bekommt.

Das alles geht nicht von Moment: New York oder einer anderen Website aus, die ihr gerne besucht.

Eure Lieblingsseiten verschwinden nämlich nicht etwa alle plötzlich hinter einer Paywall, sondern euer Internetanbieter – für zu Hause oder für eure mobilen Geräte – will sich erlauben, euch Extrakohle aus der Tasche zu ziehen und außerdem zu entscheiden, welche Inhalte überhaupt über dessen Datenautobahn fahren dürfen und welche nicht.

Ich weiß nicht, wie es euch geht. Aber ich würde gern weiterhin selbst entscheiden, was ich lese oder im Netz anschaue und was nicht. Deshalb befürworte ich Netzneutralität – ein Begriff, den der Satiriker John Oliver bereits 2014 zum langweiligsten Wort überhaupt gekürt hat.

Netzneutralität bedeutet, dass euer Zugang zu allen Websites gleich offen und schnell ist. Also  zum Beispiel euer Internetanbieter euch über seine Glasfaserkabel auch kleine Blogs wie meinen angucken lässt, obwohl vielleicht große Firmen viel Geld dafür bezahlen, dass sie „prominent“ gezeigt werden (und ich nicht). Netzneutralität heißt auch, dass ihr Netflix und Youtube in bester Qualität und ohne Verzerrung oder Unterbrechungen gucken könnt, auch wenn euer Internetanbieter lieber hätte, dass ihr dessen firmeneigene Fernsehsender guckt.

Netzneutralität

In den USA wie auch in Deutschland und der EU versuchen Internetanbieter und ihre Lobbyisten aber massiv, eben jene Netzneutralität zu kippen. Der neue Chef der zuständigen Behörde FCC ist ganz Ohr – und hat für Donnerstag eine Abstimmung anberaumt. Viele Websites beteiligen sich an Aufrufen, Politiker anzurufen und über die Folgen dieser Abstimmung aufzuklären. Wenn ihr mitmachten möchtet, schaut euch die Aktion Break the Internet an.

Auch bei euch in Europa – und auch speziell in Deutschland – versuchen Internetanbieter wie die Telekom und Vodafone, Netzneutralität zu untergraben oder auszuhebeln. Einen ausführlichen Beitrag darüber könnt ihr bei Netzpolitik.org nachlesen.

 

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