Ernte in Bestform

Heute suche ich mir gar keine mysteriösen Gemüse aus. Diese Jahreszeit bringt schon diejenigen in Bestform, die ich gut kenne. Die einen machen sofort einen auf Babylon: Hier heißen sie Eggplant, und da passt die neue Farbe. Die Zweitform, na ja, nicht so ganz. Aber Aubergine? Deutsch-Französisch macht das Ganze unverständlich. Von der gleichnamigen Farbe keine Spur: Sie läuten das Ende der reichen Spätsommererntezeit ein. Gleichzeitig kommen auf den Markt am Union Square schon all die Kürbisse, die es zum großen Teil in Europa auch gibt, die hier aber so viel leichter zu bekommen sind….

Trailer Trash

Raucher müssen in New York draußen bleiben. Und da hinterlassen sie Zigarettenstummel. Hier haben die einen besonderen Platz: Und sie dienen auch gleich für ein billiges Wortspiel. Das gehört hier zur Kultur. Also nicht zur New Yorker Kultur. Aber hier, mitten in New York, gibt es einen Trailer Park, und da gehört so was eben zum Image. Für einen richtigen Trailerpark ist in Manhattan natürlich gar kein Platz. Aber die Trailer Park Lounge tut alles, um einen das vergessen zu lassen. Bis in die Zigarettenspitzen.

Wenn Äpfel die Limetten ablösen

Dieses Jahr scheint das New Yorker Wetter sich am Kalender zu orientieren: Zum Ende der Sommersaison, am Labor Day, schüttete es nach herrlichen Tagen plötzlich wie aus Eimern. Und jetzt, am offiziellen Herbstanfang – dasselbe. Da bin ich ja mal gespannt, wie weiß Weihnachten wird. Aber erst einmal lasse ich für einen Moment Revue passieren, wie herrlich mein Lieblings-Sommer-Kuchen (der übrigens auch bei minus 20 Grad Außentemperatur hervorragend schmeckt) sich in der Sonne macht: Key Lime Pie! Am besten als Einzelstück, also auf einen etwas mehr als handtellergroßen Krümelboden hingegossene Limettencreme. Key Lime Pie gibt…

Containerdorf

New York ist voller Baustellen. Die sind nicht einfach nur ein Attribut der Stadt. Manche von ihnen sind auch diese eine Folge von Gentrifizierung, über die fast niemand spricht. In Brooklyn sieht man das besonders gut. Da gibt es Ecken, deren Bevölkerungsdichte in den letzten zehn Jahren so stark zugenommen hat, dass es Probleme mit dem öffentlichen Verkehrssystem gibt: überlastet. Und dann ist zwar das eine und das andere Hochhaus voller Eigentumswohnungen fertig, aber es gibt trotzdem noch – Baustellen. Oder Plätze, auf denen das Unkraut in die Höhe schießt, weil die Bauherren Muffensausen bekommen…

Currywurst

Mit der Currywurst ist es ja auch nicht anders als mit dem Hot Dog: Die Gelehrten – und auch die Gefräßigen – streiten, wo das Wurstgericht seinen Ursprung hat. Dieser Laden nimmt in Anspruch, das Berliner Original zu führen. Das werden die Bewohner des Ruhrgebiets nicht gern hören. Aber hier ist das Rezept ja ohnehin verwässert. Nicht nur, dass die Combo New York Stampfkartoffeln als Currysoßenschranke einsetzt (zur Berlin Combo gibt es Fritten); es gibt auch verschiedene Arten Fleisch zur Auswahl. Von Hähnchendöner habe ich schon mal gehört. Aber gab es bereits Hühnercurrywurst?

Wenn Wirte an die Zukunft denken

“Was wollen wir trinken?” wäre in New York die zweite Frage vor der ersten. Die lautet: Wo? Auswahl an Kneipen gibt es ja genug. Da müssen sich die Wirte also etwas einfallen lassen, um Gäste zu überzeugen. In dieser Hinsicht habe ich schon so einiges gesehen und erlebt. Aber das hier … macht mich für einen Moment sprachlos.

Beschleuniger

So, jetzt scheint Ruhe einzukehren. Den ganzen Vormittag hatte ich mit Hochgeschwindigkeitsverdauung zu tun. Zu den Hauptverdächtigen für diese Malessen zählt eins meiner Experimente. Ich probiere gerne Gemüse aus. Das ist Amaranth. Kannte ich bisher nur als winzige Körner, aber man kann auch die Blätter essen. So wie Spinat. Ich stelle allerdings fest, dass das hübsch rote Zeug längst nicht so schnell zusammenfällt. Es ist viel härter. Also koche ich es eben länger. Dabei werden die Blätter grüner und alles rundherum roter. Soll mir recht sein. Und es schmeckt auch sehr gut. Nur eben am…