Modepunk

So, jetzt reicht’s mir aber. Jetzt will ich das endlich wissen: Laufen die Leute in Deutschland auch mit diesen Mützen herum? In New York sind sie einer der Trends dieses Winters. Mit Muster oder uni, Hauptsache, ordentlich Fransen auf dem Kopf, längs, wie Helmschmuck. Oder wie ein Irokesenschnitt. Wenn ich versuche, mir so eine Mütze aufs Haupt zu setzen, zieht meine Haarpracht sie in die Breite und gibt mir das passende Aussehen für eine Rasse-Dorfdeppen-Ausstellung. Selbst den Verkäufern fällt kein Kompliment ein, wenn sie mich damit sehen. Wenn das anders wäre, hätte ich längst so…

Der andere New Yorker Käsekuchen

Angeblich haben amerikanische Besatzer das Brot in Japan eingeführt, da erscheint es folgerichtig, dass Japanerinnen in New York Bäckereien eröffnen. Das haben sie nun davon. Und ich habe nun die Wahl zwischen Cheesecake (der New Yorker Käsekuchen ist ja über die Stadtgrenzen hinaus berühmt und soll auch in Japan seine Freunde haben) und Japanese Cheesecake. Ich probiere letzteren, ich bin ja nicht zum Spaß hier (na ja gut …). Er liegt gut auf der Gabel, sieht luftig aus, hat aber eine erstaunlich dichte Konsistenz, fast wie Flan. Sofort muss ich an den steinharten Frischkäse hier…

New York Diät?

Kaum sind die Feiertage vorbei, läuft im Fernsehen verdächtig viel Werbung für Produkte, die beim Abnehmen helfen sollen. Die sehr kurze Saison der guten Vorsätze verstärkt das noch. Aber nur an einem Ort, an dem ich es nicht erwarte, im Regal mit Gerichten zum Mitnehmen, begegnet mir die ultimative Lösung für Gewichtsprobleme:

Designjagd

In letzter Zeit fragen mich Besucher nach Läden, in denen ich noch nie war. Disney Store. Niketown. Das interessiert mich einfach nicht. Und weil man solche Geschäfte in jedem Reiseführer findet, brauche ich nicht mitzugehen, finde ich. Ich zeige lieber ein paar New Yorker Besonderheiten. So ähnlich ticken die Leute von Cool Hunting auch. Sie zeigen schon im Netz ständig wunderschöne Sachen. Und so mancher fängt daraufhin die Suche an, wo man dieses Fahrrad, jenen Stuhl oder das T-Shirt da bekommt. In ihrem New Yorker Pop-Up-Store kommt alles aus der Gegend: Jonathan Adler zum Beispiel…

Bowling Soundtrack

“Danke, dass ihr trotz des Schnees gekommen seid”, ruft Matt, und dann spielen er und die restlichen Havenots die nächsten paar Stücke ohne Atempause nacheinander weg. Mit freundlicher Unterstützung von Punkrockers Radio und besagtem Matt (“Ich hab die doch nicht auf die Gästeliste gesetzt”, sagt er dem verdutzt dreinblickenden Mann an der Kasse, als er mich nach drinnen holt) bin ich dabei. Zwei weitere Bands, die heute auftreten sollten, haben es nicht nach Brooklyn geschafft. So spielen die Have Nots eben eine Dreiviertelstunde, und als sie “Serf City USA” anstimmen, leuchten die Scheinwerfer über ihnen…

Moment mal: Helden am Broadway

Spiderman ist gestürzt und liegt mit schweren Verletzungen im Krankenhaus. Das ist nicht der Anfang einer Comicgeschichte, sondern das Ende einer Verwertungsgeschichte. Und die geht so: Dass gedruckte Geschichten zu Leinwandgeschichten werden, kennen wir seit langem. Schließlich beruht jeder Kinofilm auf einem Drehbuch. Romanverfilmungen adeln Autoren (oder bringen sie zum Schäumen), und bei Comics denkt man erst recht: Diese ohnehin visuell umgesetzten Geschichten eignen sich fürs Kino – und fordern die FX-Abteilung zu den ausgefeiltesten Spezialeffekten heraus. So wurde “Spiderman” bereits mehrmals ein Kinohit. Seit einiger Zeit reicht das aber noch nicht an Ideenweiterverwertung. Was…

Moment mal: Wunschzettel

Heute ist National Believe Day. Naiv glaube ich erst, das sei ein Melting-Pot-Gebräu, bei dem all die Gläubigen mal für einen Tag aufhören, sich darum zu streiten, wer den echteren Gott habe. Aber einen solchen Tag gibt es nicht. Es ist aber auch keine Kampagne der christlichen Fundamentalisten in den USA. Keine Gemeinde, sondern ein Kaufhaus hat den 10. Dezember zum National Believe Day erklärt. Er soll der “Großzügigkeit und dem Geist der Feiertagssaison” Tribut zollen, sprich: Geld für einen guten Zweck einbringen. Dazu soll man einen frankierten Brief, adressiert an “Santa at the North…