Kategorie: Kultur

  • Literatur ohne Ende

    T. C. Boyle steht halb hinter dem Regal und wippt auf den Zehen. Vorne steht eine strenge Frau, die ihn schließlich heranwinkt auf seinen Platz zwischen “Addicted/Recovery” und “Philosophy”. Das sind keine Schubladen, sondern Buchregale, und bei “Philosophy” bleibt eine Frau ungerührt stehen und sucht sich Lektüre aus, als T. C. Boyle schon zu erzählen…

  • Freude unter Palmen

    Es ist keine Tellerwäscher-Millionär-Geschichte. Viel besser. Paul Robeson war Footballspieler, Anwalt und Sänger. Der Sohn eines geflüchteten Sklaven setzte sich Zeit seines Lebens für soziale Gerechtigkeit ein – und zwar für jeden. Zum Beispiel sang er das jiddische Lied “Zog mit keynmol” (Lied vom Aufstand im Warschauer Ghetto von Hirsch Glik) bei einem Konzert 1949…

  • Tod und Teufel in Brooklyn

    “Mach das noch mal!”, ruft die Frau Jesse zu. Der lächelt schon die ganze Zeit, was kein Wunder ist, weil O’Death im rappelvollen Bell House vor gutgelauntem Publikum spielen (oder weil er eben so ist). “Mach was noch mal?”, fragt er zurück. “Zieh dein T-Shirt aus!” “Sorry, ich weiß nicht, wie”, lächelt Jesse. Die Tattoos…

  • Mitleidloser Schneesturm

    Kaum ist Catherine Gildiner eingetroffen, beklagt sie sich: “Die haben meinen Flug gestrichen – wegen Schnee. Wo soll der denn sein?” Ein Mann, der von Carole Pope kurz darauf ein sehr schön eingepacktes Geburtstagsgeschenk bekommt, versucht der Autorin die aktuelle Beziehung zwischen New York und Schnee zu erklären. Seit der Weihnachtssturm so ein Chaos angerichtet…

  • Weihnachten bei Guggenheims

    Ich muss nicht bezahlen, als ich hier wieder rauswill. Aber das habe ich mir auch schön erarbeitet. Erst mal bin ich überwältigt. Das Gefühl erwischt mich wie ein Elefant: größer und stärker als ich und verdammt hartnäckig. Dabei bin ich doch bloß zum öffentlichen Weihnachtskonzert im Guggenheim Museum gegangen. Ganz weit nach oben, um genau…

  • Let them eat cake!

    Wie all die kleinen Kulturinitiativen muss sich Dixon Place etwas einfallen lassen. Dessen Macher brauchen ein Programm, ein Publikum, das sich dafür interessiert, und ordentlich Penunzen. Dixon Place hat sich spezialisiert auf brandneue Stücke und auf “work in progress” – Bühnenautoren, Performancekünstler und so weiter haben hier die Chance, Entwürfe vor Publikum zu inszenieren. Ich…

  • Des Teufels rechte Hand

    Sie ist gar nicht wirklich die rechte Hand des Teufels. Aber weil sie als Assistentin der Vogue-Chefredakteurin  gearbeitet hat, denken viele New Yorker, “Der Teufel trägt Prada” sei Lauren Weisbergers persönliche Abrechnung mit Anna Wintour gewesen. Diejenigen, die in anderen Städten im Mediengeschäft arbeiten, teilen diese Ansicht nicht unbedingt. Auf die Frage, ob sie manchmal…