Love Parade von hier aus

Letzte Woche haben mich diverse Leute gefragt, ob hier über “Stilleben A40” berichtet wurde. Ein Kollege hatte sogar eine Umfrage gestartet, was Journalisten im Ausland von der Kulturhauptstadt Ruhrgebiet mitbekommen. Er wollte wissen, ob solche Großveranstaltungen als PR-Maßnahme funktionieren. Jetzt lese ich Fragen, welche Wirkung das Unglück auf der Love Parade auf eben jenes Unterfangen hat. Ich erinnere mich, wie mir Dieter Gorny vor fast drei Jahren im Interview sagte, die Love Parade – und nicht etwa ein lokales Festival wie Juicy Beats oder Bochum Total – solle deswegen ins Ruhrgebiet kommen, weil sie “internationale…

Moment mal: NY ohne Beep?

Fernseh- und Radiosender müssen anständig aufpassen, was etwa Talkgästen oder Nachrichtensprechern herausrutscht. Aufzeichnungen schaut das Personal durch und unterlegt jedes schlimme Wort mit einem Piepen. Verstöße belegt die FCC (Federal Communications Commission) nämlich inzwischen mit bis zu 325.000 Dollar. In Deutschland kennt man Ähnliches von Import-CDs: “Explicit Lyrics” steht da, wo in Amerika das Publikum vor Kraftausdrücken und sexuellen Anspielungen gewarnt wird. Also bitte keine Eindeutigkeiten. Doch ausgerechnet wegen Uneindeutigkeit erlebt die FCC jetzt vor Gericht eine Schlappe: Was genau unanständig ist, entscheidet die FCC offenbar mal so, mal so. Aber es sei nicht verfassungskonform,…

Moment mal:

Mit irgendwelchen Unfällen kann ja jeder Schlagzeilen machen. Die machen hier einen beachtlichen Teil der Nachrichten aus. Trotzdem haben es heute zwei Meldungen geschafft, meine Aufmerksamkeit zu wecken: “Prince Harry falls from horse”. Und “Biker hits bear in New Jersey”. Damit schlagen die Überschriftenschreiber ja wohl um Polofeldlängen sowohl den instabilen chinesischen Reissack als auch den bissigen Mann mit dem Hund. Übrigens haben sich weder Prinz noch Pferd noch Biker noch Bär ernstlich verletzt.

Urban Jungle

Sie waren mir noch nie sympathisch. Und jetzt habe ich auch einen Grund dafür. Dieser Grund wiederum ist der Grund dafür, warum ich nur ein unscharfes Bild als Fußnote anhängen kann. Aus dem Kasten rechts kommt unter anderem das Kabel, durch das die Internetverbindung für mein Büro rauscht. In der Ecke an dessen linker Seite rupft ein Tier (genau hinschauen!) an allem, was aus der Kiste kommt. Es reißt und kaut an den Kabeln und macht mich seit Tagen zum Mitglied der digitalen Boheme, zum Arbeiten ziehe ich in Cafés um (oder, ganz uncool, in…

Moment mal:

First come, first serve. Nach dem Motto “wer zuerst kommt, mahlt zuerst” bekommt man in New York Theaterplätze, Werbegeschenke oder Essen – und wer zuletzt kommt, den beißt der Neid. Auch im Berufsleben. Aber dort dreht man perfide an der Formel: Last hired, first fired.

Wunderland

Ich bin in keinen Brunnen gefallen und muss durch keinen Tunnel kriechen. Aber ich finde mich in Situationen wieder, die mir niemand als sonderlich wahrscheinlich vorausgesagt hätte. Und sie alle haben mit Begegnungen zu tun. Und mit Alice im Wunderland. Der Reigen beginnt bei Alice’s Tea Cup, einem Café im Alice in Wonderland-Stil. Mit märchenhaften Kleidchen an der Wand und durchscheinenden Schmetterlingen unter der Decke. Und mit anständigem Tee. Dort treffe ich Mone. Ich kenne sie nicht, sie kennt mich nicht, und den Kontakt zwischen uns hat jemand hergestellt, den weder Mone noch ich je…