Ehe ihr jetzt sagt „Stricken? Na, die kommt auf Ideen!“, sage ich: jein.

Ja, die Stricksaison hat für mich wieder begonnen. Aber nein, meine Idee war das ursprünglich gar nicht. Die Inspiration, mein Strickzeug mit nach draußen zu nehmen und meine Freude an New York mit dem beruhigenden Nadelgeklapper zu verbinden, also diese Inspiration hat einen Namen: Strickend durch Hamburg.

Inspiration zum Stricken in New York

Das hat sich Kirsten von Knightlyart ausgedacht, im Juni schon. Seitdem weiß ich zum Beispiel, dass man in Hamburg ganz entspannt in einem Massagestuhl stricken kann, im Fahrstuhl (eher ungemütlich) und am Hafen.

Letzteres gab mir dann den Anstoß, auch das Nadelspiel rauszusuchen und loszuziehen. Kirsten schrieb mir nämlich, sie würde in New York gerne mal in Red Hook stricken (nachdem ich dieses Foto auf Instagram gestellt hatte).

Dorthin schaffe ich es vor lauter Arbeit grad nicht. Und wieso liegen da nur drei Stricknadeln, wo sind denn deren zwei Kameradinnen? So wird doch nichts aus meinem Sockenplan. Also schaue ich in der gestrigen Mittagspause im Handarbeitsladen vorbei und kichere über den Farbcode der Stricknadeln.

Die Frau mit den goldenen Nadeln

Als leidenschaftliche Plastikvermeiderin suche ich nach Metallnadeln. Ich erinnere mich dunkel, dass ich früher in Deutschland immer in grau gestrickt habe. Das Stricknadeldesign hat sich dort wahrscheinlich auch längst geändert. In New York jedenfalls hat jeder Durchmesser der Metall-Nadelspiele seine eigene Farbe.

Die Nadelstärke, die ich brauche, ist golden. Tja, Leute, ich stricke jetzt mit goldenen Nadeln. Wollen wir mal hoffen, dass das ein gutes Omen ist und mir nicht irgendjemand Stroh … ach nee, das war ja nicht zum Stricken, sondern zum Spinnen. Was ich wohl auch gut kann, allerdings ohne Rad.

Wie dem auch sei: Ich hatte mich zuvor für zwei Wollfarben entschieden, weil ich Reste verstricke, und das ergibt jetzt die Kombination Schwarz-Rot-Gold. Damit sitze ich in der Mittagspause am Broadway in der Sonne, und ein Mann fragt höflich, ob er an meinem Tisch essen darf.

„Klar“, sage ich, und er beäugt aus dem Augenwinkel mein Werk. Ich bemerke daraufhin, dass das Totenkopfmuster zwar ganz hübsch wird, aber das Ganze recht eng … und deshalb auf Handschuh oder Pulswärmer umgestrickt wird.

Stricken mit Aussicht

Bleibt noch zu erzählen, wo ich denn nun eigentlich „Stricken in New York“ gespielt habe. Hinter mir hatte ich das Flatiron Building. Und direkt vor meiner Nase, na?

Stricken New York

Richtig, das Empire State Building. Die Gegend zwischen Broadway und Fifth Avenue zwischen 23rd und 25th Street finde ich ganz prima zum Stricken. Überhaupt macht es Spaß, in New York in der Gegend herumzustricken. Soll ich daraus jetzt etwa auch eine ganze Reihe machen?