Diese Woche zeigen die News der Lokalpresse vor allem eins: New York ist ein gefährliches Pflaster. Die Sonne trachtet einem nach dem Leben, zwei Killer gehen um, und Halunken bringen einen um hartverdiente Dollar, obwohl es sich selbst ein russischer Milliardär nicht ohne Weiteres leisten kann, seine Yacht in Manhattan zu parken. Aber am Ende sieht das alles märchenhaft schön aus!

Die beiden gefährlichsten Killer New Yorks

Früher dezimierten Seuchen immer wieder die Bevölkerung New Yorks. Gelbfieber und Cholera sind aber Schrecken von gestern, weshalb die durchschnittliche Lebenserwartung 70 Jahre lang immer weiter stieg. Und jetzt das! New Yorker sterben wieder etwas früher – vor allem, wenn sie nicht superreich sind. Hauptverantwortlich dafür sind aber nicht etwa Gewaltverbrechen und Drogenkonsum, sondern Herzkrankheiten und Krebs. (Nachlesen in der Studie des New Yorker Gesundheitsamts oder als Zusammenfassung bei Time Out New York)

In die Parade gefahren

Die Puerto Rican Day Parade ist eine der größten Paraden New Yorks. Am zweiten Sonntag im Juni zieht sie seit Ende der 50er Jahre durch Manhattan und lockt mittlerweile rund zwei Millionen Zuschauer an – rein rechnerisch wäre das mehr als die Hälfte der puertoricanischen Bevölkerung. Doch plötzlich ziehen sich dieses Jahr die Sponsoren in Scharen zurück. Verantwortlich dafür ist die Entscheidung der Organisatoren, mit der diesjährigen Parade den vor wenigen Tagen nach 35 Jahren aus der Haft entlassenen Oscar Lopez Rivera zu ehren, den die einen als Terroristen und die anderen als politischen Gefangenen sehen. (Nachlesen bei NBC News)

Freischmier für alle!

Bereits vor Beginn der Strandsaison kursierten in New York Berichte, denen zufolge viele Menschen zu wenig Sonnenmilch benutzen – und dadurch Hautkrebs riskieren. Die Stadt New York hat darüber offenbar gründlich nachgedacht und unter anderem ausgerechnet, was die von Hautspezialisten empfohlene Menge eigentlich so kostet. Das Ergebnis kann sich längst nicht jeder Bewohner dieser schönen Stadt am Meer leisten. Unter anderem deshalb stellt New York ab diesem Wochenende an vielen Stränden Sonnenmilchspender auf – kostenlos. (Nachlesen bei Gothamist)

Unterbezahlt? Uber bezahlt!

Der Fahrdienstvermittler Uber muss seinen New Yorker Fahrern einen zweistelligen Millionenbetrag auszahlen. Denn statt die Kommission von dem abzurechnen, was nach Abzug der Umsatzsteuer und einem in New York vorgeschriebenen Entgelt für die Behandlung verletzter Fahrer übrig bleibt, hat Uber den vollen Betrag als Grundlage genommen und den Fahrern damit jede Menge Geld vorenthalten. Das Unternehmen teilte mit, der Fehler sei aufgefallen, als es ein neues Preissystem einführen wollte. Dummerweise hatte bereits eine Sammelklage vor einem Jahr diese Praxis vor Gericht gebracht. (Nachlesen beim Guardian)

Der Milliardär, der hat es schwääär

In New York sieht man aus Platzgründen zwar nicht so viele Superyachten wie in St. Tropez, aber ihr Erscheinen beschäftigt die Presse normalerweise nicht. Jedenfalls solange sie da liegen, wo Milliardäre halt so anlegen – bequem in Manhattan. Deshalb hat die Yacht eines russischen Oligarchen, die seit Wochen in einer Bucht vor der Verrazano Bridge (richtig weit draußen, noch vor der Hafeneinfahrt) ankert, ein paar Reporter extrem neugierig gemacht. Des Rätsels Lösung liegt in einem Gesetz von 1920, das heutzutage auch denjenigen Reichen das Leben schwer macht, die ihre Yachten aus steuerlichen Gründen auf den Caiman Islands anmelden. (Nachlesen im Brooklyn Paper)

Ein wahnsinnig aufwändiges Häppchen New York

Die Österreicher hinter der Firma Filmspektakel verstehen sich aufs Trefflichste auf das Filmen im Zeitraffer. Damit haben sie jetzt auch in New York für Gesprächsstoff gesorgt: Binnen zehn Tagen hat das Team seine Kameras im Grand Central Terminal und im Hubschrauber, am Times Square und am East River aufgestellt und für ein paar extracoole Sekunden jedes Taxi fotografiert, das es sah. Allein diese Detailarbeit ergab 2000 Fotos. Insgesamt hatten sie 2,6 Terabyte an Daten, aus denen sie den 3-Minuten-Film „A Taste of New York“ schnitzten. (Anschauen auf Vimeo)