Im Rampenlicht

Dieses Schild hat mehrere Bedeutungen. Erstens versucht da offenbar jemand beinahe verzweifelt, die Trockenblumenarrangements zu schützen. Vielleicht will die ja einer kaufen. Zweitens kann man die Botschaft aber auch auf das Gebäude beziehen. Es war einmal eine Kirche. Ab 1983 war es eine Disco (damals hieß das noch so). Als ich zum ersten Mal in New York war, war sie schon ein heißbegehrter Club, aber bei der New Yorker Altersbeschränkung brauchte ich gar nicht erst zu versuchen, hineinzukommen. Lange Jahre war The Limelight eine Institution – bald auch als Drogenumschlagsplatz, was der Film “Party Monster”…

Luxus auf der Straße

Überall stehen in New York Händler an der Straße. Sie verkaufen Kaffee oder Hot Dogs, Sonnenbrillen oder Regenschirme, Handtaschen, die aktuellen Designerkollektionen ähnlich sehen, oder Uhren, die ganz “echt” von Rolex sind. Aber es gibt auch Händler, die Exquisiteres im Sinn haben. Castro zum Beispiel. Seine Schmuckkollektion “Castro NYC” bestellen Einkäufer in Japan ebenso wie in Europa, auch in mondänen New Yorker Läden finden sich seine Ringe, Armbänder und Ketten, und trotzdem stellt er sich ab und zu mit einer Auswahl an die Straße. In Soho finden sich ein paar solcher ab-und-zu-Händler, besonders am Wochenende….

Aftershave

Mitten auf dem schicken Markt steht ein Mann und rasiert. Seine Klinge schabt an einem Eisblock entlang. Das Ergebnis nennt er folgerichtig “Shave Ice”. Es sieht so aus wie die in New York beliebten Snow Cones – wie der Name schon sagt: Kugeln aus Schnee, der wiederum entsteht, wenn man Eis sehr fein zerkleinert, üblicherweise mit einem Eiscrusher. In beiden Fällen kommt der Geschmack aus der Sirupflasche und wird einfach oben drüber gegossen. Beim Eis am Stiel bekommt man hier etwas mehr Geschmack aus echten Früchten (und weniger Süße). Die Schlange bei der Kollegin des…

Studentenfutter

Zweimal in der Woche stehen sie vor der altehrwürdigen Columbia Universität. Sie sind Bauern, Kleinbauern, Öko-Idealisten und Weckglas-Künstler, und sie verkaufen frische (oder eben frisch eingekochte) Lebensmittel: Grüne Spargelbündel, dunkelrote Äpfel, gelben Honig, weiße Zwiebeln mit Grün dran, dunkel bekrustetes Brot, meistens gibt es irgendwo auch Fisch, Fleisch und Käse. Oh, und immer auch Pflanzen, Kräuter im Topf, zartrosa Geranien und, selbstverständlich: quietschgelbe Studentenblumen. Diese Bauernmärkte mit lokaler Ausrichtung heißen Greenmarket. “Grow NYC” organisiert sie überall in der Stadt. Und hier oben am Broadway kommen halt Studenten und Lehrkräfte durchs Tor. Heute allerdings ist es…

Warentausch

Auf die Kleider muss man aufpassen. Die sind sofort weg. Zur Saisoneröffnung im Brooklyn Yard veranstalten die Damen von Mean Red Productions “Score! The Pop-Up Swap”. “Swap” heißt “tauschen”. Bei der gleichnamigen Veranstaltung bringt man also Dinge mit, die man loswerden möchte, und nimmt sich dafür andererleuts Aussortiertes. Die Veranstalter haben eine Horde Helfer engagiert, die am Drop-Off die Frühjahrsputzopfer annehmen und vorsortieren. Dann bringen sie sie zu den Stationen, zum Beispiel Bücher und Medien (CDs, DVDs und so was). Und da nimmt man sich dann, was man haben möchte. Es ist wie Einkaufen ohne…

Wein in Bewegung

Vielleicht bin ich dadurch bloß besonders aufmerksam geworden, und es ist alles nur eine Frage der Wahrnehmung. Ich habe letztes Jahr Freunde damit unterhalten, dass es hier Wein mit dem folgenden Etikett  gibt (auch in Rot erhältlich): Aber ich sehe immer mehr Rezessionswein. Buchstäblich, so stand es als Werbung an einem Regal. Oder “10 under 10”, also zehn vom Laden empfohlene Weinsorten unter zehn Dollar, hübsch präsentiert und mit gewitzten Slogans und Beschreibungen versehen. Im nächsten Geschäft laden die Sonderangebote dazu ein, größere Flaschen zu kaufen (und werben mit europäischen Litern). Hinter mir betritt eine…

Mit oder ohne Telefon

Das iPad ist da. Ein paar Leute haben sich tatsächlich schon Freitag Nacht einen Platz vor dem Apple Store gesichert. Aber jetzt, wo die Zahlen raus sind – ca. 300.000 am ersten Tag verkauft – kommen auch die Unkenrufe. Gemessen am monatelangen Hype sei das doch ein Fliegenschiss. Prompt tauchen Werbeplakate auf. Lustigerweise sehe ich mehrere an Telefonzellen. Telefonieren kann man mit dem iPad ja nun mal nicht.