In New York fällt gerade alles mögliche vom Himmel – und macht Scherereien. Außerdem zeigen die Schlagzeilen mal wieder, was Reiche sich so alles leisten und womit sich Nicht-So-Reiche herumschlagen müssen – wie eine Lupe zeigen euch die Nachrichten aus der irrsten Stadt der Welt die Facetten einer Gesellschaft im Hier und Jetzt.

Achtung, Touristenschreck!

Wie jedes Jahr hat das New Yorker Tourismusbüro hochgerechnet, wie viele Menschen unsere Stadt besucht haben. Das Ergebnis: noch mehr als vorher (voraussichtlich 61,8 Millionen). Allerdings ist die Anzahl der Touristinnen aus dem Ausland zurückgegangen. Das kommt davon, wenn einer „America First!“ schreit. Das Tourismusbüro will nun das Ausland mit einer Kampagne überzeugen … die „True York City“ heißt. (Nachlesen bei 6sqft)

Zeitungssterben der rachsüchtigen Art

Es war einmal ein Milliardär, der ein weiteres „M“ im Titel führen wollte: Medienmogul. So gründete Joe Ricketts in New York seine eigene Digital-Lokalzeitung namens DNAinfo, schmückte sich mit „Retter des Lokalen“-Lorbeeren und kaufte sich die Konkurrenz (den Gothamist) einfach dazu. Doch dann wagte es die Belegschaft, sich einer Gewerkschaft anzuschließen! Obwohl Ricketts doch extra noch was darüber geschrieben hatte, warum seine Firmen so was nicht haben sollen! Jetzt fehlen zwei wichtige Nachrichtenquellen in New York – voller Trotz hat Ricketts beide von einer Minute zur anderen dichtgemacht. (Alles über die plötzliche Schließung nachlesen beim New Yorker, und Pacific Standard ergänzt, was die Gewerkschaft danach für die Entlassenen erreicht hat)

Wohn dich arm!

Viele New Yorker Vermieter haben eine Faustregel im Kopf, wenn sie definieren, was „solvente Mieter“ sind: 40 Mal die Miete sollen sie im Jahr verdienen. Das Wohnen sollte eben nur einen kleinen Teil des Jahresgehalts wegknabbern. Doch so eine gesunde Mischung bleibt New Yorker Haushalten verwehrt. Eine Studie der Immobilienseite „Street Easy“ rechnet vor, dass der Großteil der New Yorker sich nach dieser Formel seine Wohnung nicht leisten kann. (Nachlesen bei NBC New York)

Gesundheit!

Wie hält man seine Bürger davon ab, Obamacare in Anspruch zu nehmen? Man macht’s wie im öffentlich zugänglichen Garten des Trump Tower: Schild dran, „wegen Wartungsarbeiten geschlossen“. Das ist nun auch die Website, auf der wir dieser Tage eine Krankenversicherung abschließen (und die Angebote vergleichen können) – fast jeden Sonntag wird dort „verbessert“. Honi soit qui mal y pense. (Details über den Wandel bei der Krankenversicherung in der diesjährigen enrollment period bei WNYC nachlesen oder hören)

Alles Liebe

In New York gibt es alles – außer Platz, sage ich gerne. Offenbar mangelt es aber auch an Namen. Der Künstlernamenwechselprofi Sean Combs (u.a. Puff Daddy) hat sich als Brother Love neu erfunden. Prompt stellt sich heraus, dass das gar nicht geht – jemand anderes hatte schon längst die Idee, sich mit diesem Namen in der Musiklandschaft einzunisten. Prompt poltert P. Diddy – oder wie auch immer er nun gerade heißt – es habe niemand verstanden, dass das nur ein Scherz gewesen sei. (Nachlesen bei AM New York und auch den Rückzieher gibt’s dort)

Noch ein Grund, New Yorker zu lieben

New York ist eine windige Stadt – und eine, in der manchmal Albträume wahr werden. Hat doch der Wind tatsächlich eins der allgegenwärtigen Baugerüste umgeblasen, unter denen man in New York ständig herumlaufen muss (und die eigentlich von herabfallendem Zeug schützen sollen). Die Leute drumherum folgten nicht etwa dem Instinkt, schleunigst das Weite zu suchen. Sie stürzten sich auf die Unglücksstelle, um in Windeseile Holz- und Metallteile wegzuräumen, die auf fünf Menschen gefallen waren. (Video anschauen und nachlesen in der New York Post)

 Wort der Woche: Leaf slime

Die New Yorker Verkehrsbetriebe MTA haben nicht nur die U-Bahn an den Hacken, sondern auch die Regionalzüge, mit denen viele Pendler nach Manhattan fahren. Und alle Jahre wieder wittert die MTA Morgenluft, was die ewigen Verspätungen angeht: Jetzt nämlich ist die Jahreszeit Schuld. Donnert eine Bahn über feuchtes Laub auf den Schienen, entsteht leaf slime – ein schmieriges Zeug, das den Bremsvorgang behindert. Dieses Jahr erklärt die MTA deshalb, welche Hightech sie gegen das Zeug einsetzt. Kommen da nur mir Assoziationen zu „Ghostbusters“ in den Sinn? (Nachlesen und Bilder anschauen bei der MTA)

 

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