Das ist natürlich alles nur Hörensagen. Und ich muss ein wenig für die Geschichte ausholen:

Rob hat sie mir gestern erzählt. In den zwei Jahren, die ich ihn kenne (und auch schon Jahre davor) arbeitet er als Chauffeur. Die wirklich wohlhabenden New Yorker haben meist einen Privatchauffeur – aus Sicherheitsgründen bleiben sie gern bei demselben Fahrer. Den Namen seines Chefs hat Rob mir entsprechend auch nie gesagt. Ich weiß nur, dass er in der Finanzbranche arbeitet und seine Gattin bei einer namhaften Galerie.

Nun die Geschichte: Der Sohn von Robs Chef macht gerade seinen Abschluss in Princeton, der junge Mann kann glänzende Noten vorweisen, ebenso wie viel Auslandserfahrung. Ich frage Rob, ob er denn schon einen Job hat. Tja. Er ist bei einem großen Verlag untergekommen – für ein bezahltes Praktikum. Dass er überhaupt Geld dafür bekommt, ist mehr oder weniger ein Gefallen des Verlagsmoguls, weil der mit Robs Chef befreundet ist. Davon mal abgesehen, hat der Eliteuni-Absolvent das Praktikum nicht zugeschustert bekommen, sondern musste mehrere Interviews durchlaufen. Trotzdem hat er Glück gehabt. Diejenigen, die letztes Jahr ihren Abschluss machten, als die Wirtschaftskrise vielen hier noch viel bedrohlicher erschien, haben oft genug nicht mal einen Praktikantenplatz erwischt. Auch nicht mit der Hilfe einflussreicher Eltern. Sieht so aus, als wäre aus dem Haifischbecken ein Fish Tank geworden.

Der andere, jüngere Sohn hat derweil für dieses Jahr einen Sommerjob klargemacht, bei dem er – im Verhältnis gesehen – mehr als doppelt so viel verdienen wird wie sein Bruder.

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