Dieser Tage lässt sich nicht leugnen, dass unser Präsident früher in New York seine Geschäfte gemacht hat. Hier strömen die Trump-Nachrichten allerdings nicht aus einem Smartphone, sondern aus seinem ehemaligen Hauptsitz und aus dem Gericht. Aber auch ohne den Schlagzeilenbesetzer bewegen News aus New York die Gemüter – mit Tragik und Feelgood-Story, über das Wetter staunen wir auch, und diesmal gibt’s zum Schluss sogar Anlass für ein Katzenvideo.

Trump-Anwalt überrascht vor Gericht

Ich wüsste gern, was Trumps Anwalt Michael Cohen jetzt über seine Strategie denkt, auf die Durchsuchung seiner Wohnung, seines Büros und seines Hotelzimmers am 9. April in New York zu reagieren. Umgehend hatte er die Verwendung des beschlagnahmten Materials gerichtlich zu unterbinden versucht – mit dem Argument, das verletzte die Schweigepflicht gegenüber anderen Klienten. So sicher war er sich seiner Sache, dass er zur Anhörung am Freitag nicht auftauchte, sondern zigarrerauchend mit Geschäftsfreunden auf einer Hotelterrasse saß.

Prompt wollte die zuständige Richterin eine Liste eben jener Klienten, nachdem Cohens Vertretung von „tausenden Dokumenten“ gefaselt hatte, diese Zahl aber auch nicht ansatzweise belegen konnte. Die Liste konnten die Anwälte nicht liefern. Am Montag musste Cohen deshalb selbst vor Gericht erscheinen. Da kam heraus, dass der Rechtsaußen-Kommentator Sean Hannity auf seiner Kundenliste steht. Der hatte am Tag der Cohen-Razzia in seiner Sendung auf „Fox News“ heftig gegen das FBI und Sonderermittler Mueller gewettert – ohne seine eigene Verbindung zu dem Cohen offenzulegen. (Nachlesen in der New York Times)

Brand mit Todesopfer im Trump Tower

Der 67-jährige Kunsthändler Todd Brass starb am 7. April bei einem Brand in seiner Eigentumswohnung im 50. Stock des Trump Towers. Die Wohnung stand lichterloh in Flammen, sagten die Feuerwehrmänner, die binnen Minuten dort ankamen. Der in Washington weilende Präsident lobte zwar die Feuerwehr, sprach aber kein Beileid aus; er erwähnte den Todesfall nicht einmal. Dank einer Ausnahme in den gesetzlichen Vorschriften New Yorks, für die unter anderem der heutige Präsident sich damals eingesetzt hatte, ist der Trump Tower nicht mit einem Sprinklersystem ausgestattet. New Yorker Politiker diskutieren nun, ob und wie sie eine Nachrüstung solcher Hochhäuser durchsetzen können. Heute las sich das Ergebnis der Suche nach der Brandursache zudem wie (zumindest in New York) allgegenwärtige Warnhinweise der Feuerwehr: Das Feuer in Todd Brass‘ Wohnung ging von hintereinandergehängten Steckerleisten aus, an denen mehrere Geräte hingen – und es schrillte auch kein Alarm los, weil es in der Wohnung keinen Feuermelder gab. (Video anschauen und nachlesen bei NCB New York)

Aktivist wollte mit Selbstmord Zeichen setzen

Ein New Yorker Anwalt, der für eine soziale Organisation arbeitete, hat sich am Samstag in einem Park in Brooklyn angezündet. Die wegen eines Feuers im Park gerufene Polizei fand seine Leiche und einen in einiger Entfernung deponierten Abschiedbrief, den er zudem an die „New York Times“ gemailt hatte. Darin machte der Mann auf durch fossile Brennstoffe verursachte Probleme aufmerksam. Der Tote war landesweit durch sein Engagement für Schwule und Transgender bekannt. Einer seiner Fälle war die Grundlage für den Film „Boys Don’t Cry“. (Porträt nachlesen im Brooklyner)

Aprilschauer in der U-Bahn

Wir hatten uns daran gewöhnt, dass ungefähr alle fünf Tage ein Nor’Easter über New York hinwegfegt und dabei unterschiedliche Mengen Schnee hinterlässt. Am Montag kam ein neuerliches Sturmtief – mit Regen. Schon verbreitete sich ein und dasselbe Video von der 145th Street in Harlem (aufgenommen von Twitterer Josh Guild), als stünde die gesamte New Yorker U-Bahn unter Wasser. Dabei ist natürlich nicht überall ein Wasserfall die Treppen heruntergelaufen – New Yorker kennen auch die perfide Variante des Wasserfalls vor der Türöffnung des Waggons. (Twitter-Video von Josh Guild anschauen, Video von „Regen“ unter der Erde am Rockefeller Center bei der New York Post)

Hochhaus Gerüste-Dschungel

„Mensch, hier wird ja überall gebaut!“, habe ich schon so manche New York Besucherinnen rufen hören. Das kommt davon, dass an jeder Ecke Baugerüste stehen. Oder vermeintliche Baugerüste. Denn nicht nur bei Neubauten, sondern auch, wenn in der insulanischen Enge nur mal was an den Fenstern oder der Fassade repariert oder verschönert werden soll, muss weiter unten ein so genannter sidewalk shed stehen, damit etwaige herunterfallende Teile niemandem den Kopf einschlagen. Die New Yorker Baubehörde veröffentlicht neuerdings eine laufend aktualisierte Karte mit allen Genehmigungen für solche Gerüste. Derzeit gibt es rund 8000, fast die Hälfte von ihnen in Manhattan. Eins ist durch die dazugehörige Datenerhebung schon herausgekommen: Die Dinger bleiben ganz schön lange stehen – im Schnitt 293 Tage. (Karte der New Yorker Baubehörde anschauen)

Wenn Polizisten die Regeln (oder Gesetze) brechen

Noch mal Daten: „Buzzfeed“ ist der Ansicht, dass die Öffentlichkeit Erkenntnisse aus internen Untersuchungen bei der New Yorker Polizei (NYPD) wissen soll – und veröffentlicht deshalb eine aus anonymer Quelle stammende Datenbank mit Disziplinarmaßnahmen aus den Jahren 2011 bis 2015, in der sowohl nach den Namen von Polizisten als auch von Straftatverdächtigen gesucht werden kann. Anhand der Daten zeigen die Redakteure unter anderem, dass Vergehen und die darauffolgende Disziplinarmaßnahme zuweilen in sehr unterschiedlichen Verhältnissen stehen und beispielsweise manche Polizisten auch nach schwereren Verstößen (etwa Meineid) zuweilen ihre Jobs behalten. Eine Polizeigewerkschaft verurteilte die Veröffentlichung umgehend als Verstoß gegen den Datenschutz und mögliche Gefährdung der darin genannten Beamten. Bislang haben weder die NYPD noch der New Yorker Bürgermeister die Veröffentlichung kommentiert. (Erklärtext zur Datenbank nachlesen bei Buzzfeed)

Der heiße Scheiß 1: Teure Türen

Ach, was sich hinter einer Tür alles verbergen kann! Zum Beispiel eine berühmte Musikerin oder ein legendärer Autor. Das Chelsea Hotel in New York hat lange von seiner Vergangenheit als günstige Unterkunft für kreative arme Schlucker gezehrt, und selbst mit der Sanierung hört das nicht auf. Ein cleverer Kerl namens Jim Georgiou hatte 52 Türen des Chelsea Hotels gefunden, die Bauarbeiter weggeworfen hatten. Sechs Jahre lang recherchierte er, wer die zugehörigen Zimmer bewohnt hatte – und ließ die Türen am Donnerstag versteigern. Andy Warhols Tür ging für 65.625 Dollar weg, für Janis Joplins Tür blätterte jemand 106.250 Dollar hin. Den Spitzenpreis holte Bob Dylans Tür mit 125.000 Dollar. Die Hälfte des Gesamterlöses spendet Georgiou an die New Yorker Hilfsorganisation City Harvest – er war obdachlos, als er die Türen fand. (Bericht von der Auktion und ihren illustren Gästen bei NY City Lens nachlesen)

Der heiße Scheiß 2: Tieryoga

Das ist genau das, wonach es klingt: Yoga mit tierischer Begleitung! Mit so was löst man vielleicht keinen Trend aus, kommt aber in die Zeitung. Ich dachte immer, beim Yoga solle man sich konzentrieren, doch bei dieser Variante ist das unmöglich. Bewusstsein sollen die Katzenyogakurse aber dennoch bringen – nämlich dafür, dass jetzt wieder zig kleine Kätzchen geboren werden, die dann niemand haben will. Dem Ziegenyoga dagegen hat das Gesundheitsamt einen Riegel vorgeschoben. (Katzenvideo gucken bei amNY, und die Ziegenyoga-Geschichte – mit Foto! – gibt es dort auch)