Wednesday, 22. February 2012 13:41
Über New Yorker U-Bahn-Kunst schreibe ich ja immer wieder. Aber da unten gibt es noch eine andere Kunst, die man nur selten zu sehen bekommt.

Der Rund-um-die-Uhr-Service macht es schwierig, Gleise, Signale und Weichen in Schuss zu halten. Viele der Arbeiten werden deshalb nachts und am Wochenende erledigt. Sie stören aber trotzdem den Verkehr. Umgekehrt machen die Züge Arbeit: Einer aus dem Team muss die ganze Zeit aufpassen, ob die nächste Bahn kommt. Beim Zuschauen kann man lernen, wo man in relativer Sicherheit steht, falls man mal in die Verlegenheit kommen sollte, auf den Gleisen zu stehen.
Thema: High Noon, typisch New York |
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Tuesday, 21. February 2012 22:10
Sonst heißt es ja meistens “please don’t …” oder “you can’t”. Aber hier fallen die Worte “strictly” und “prohibited”. Nein, ich habe keinen Ausflug ins Atomkraftwerk gemacht, ich sitze in der Oper. Diesmal nicht in der Met, sondern im Howard Gilman Opera House der Brooklyn Academy of Music (BAM), wo die derzeit heimatlose New York City Opera an diesem Abend gastiert. Und dort drinnen darf man nicht fotografieren. Was sehr schade ist, weil allein das Bühnenbild von Rufus Wainwrights Operndebüt “Prima Donna” sehenswert ist.
Ich kann natürlich auch nicht den Gesang meiner neuen Lieblingssängerin aufnehmen (Kathryn Guthrie Demos in der Nebenrolle der Marie). Oder den Applaus. Oder die aufbrandenden Rufe, als zum Schluss tatsächlich noch Rufus Wainwright auf die Bühne kommt, mit Glitzerbrosche und Schuhen, die ich ihm gerne sofort abkaufen möchte. Aber all diese Leute wohnen ja nicht auf der Bühne. Und schon auf dem Hinweg bin ich zufällig am Bühneneingang vorbeigekommen, da stand kein Verboten-Schild, auf dem Rückweg auch kein Wächer der Kameras. Wer das nun ist, der da vorbeieilt, als ich nach der Vorstellung zur U-Bahn gehe, überlasse ich der Fantasie.

Thema: High Life, Kultur |
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Monday, 20. February 2012 17:19
Immer wieder begegne ich in New York Schildern, auf denen Hundebesitzer mehr oder weniger freundlich gebeten werden, an dieser Stelle keine Kacke dampfen zu lassen. Aber Hunde sind nicht die einzigen Wesen, die mit ihren Hinterlassenschaften die Gegend vollstinken.

Diese hohle Gasse in Soho lädt offenbar zu unsauberen Geschäften ein. Damit auch wirklich jeder die Grundlagen nachbarschaftlichen Verhaltens versteht, gibt es noch ein zweites Bild. Als ich es fotografiere, geht ein Mann hinter mir vorbei. Er stockt. Schaut. Dann sagt er: “Ich gehe seit Jahren durch diese Gasse, aber das hier ist mir noch nie aufgefallen.” Ich hoffe, dass das auch nie nötig gewesen wäre.

Thema: High Tea, typisch New York |
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Saturday, 18. February 2012 12:28
Manche sehen Möwen wie Ratten, in der Hackordnung dazwischen höchstens noch Tauben – zumindest in Städten sind sie eine Plage, die sich über Müll hermacht. Besonders schön finde ich es auch nicht, zu sehen, wie jemand sie mit Brot in Scharen herlockt.

Es war mal wieder Zeit für eine U-Bahn-Fahrt zum Strand. Im Winter mache ich das ja besonders gern. In Coney Island ist nicht viel los, die Achterbahn steht ebenso still wie das Riesenrad, auf dem Pier haben die Angler ihre Gesichter tief in die Kapuzen gezogen. Nur dieses Paar sorgt für Aufruhr, zumindest unter den Möwen. Chaotisch sieht das Geflatter aus. Aber dann bekomme ich Zweifel: Auf der Laterne im Hintergrund sitzt ein besonders fetter Vogel und hält die Szene im Auge wie ein Mafia-Pate. Sollten sich die Möwen überfressen, könnte es hier ein organisiertes Erbrechen geben.
Thema: High Noon, Strände |
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Friday, 17. February 2012 16:28
Man sieht in New York zwar fast nur noch Leute, die digital fotografieren, ob Spiegelreflex oder Smartphone, aber das heißt noch lange nicht, dass die Geschichte mit Film, Papier und Chemiebad vergessen ist.

Daran erinnert das aktuelle Werk auf der Highline Billboard – eine der Werbetafeln an der Strecke des Highline Parks ist der Kunst gewidmet (die erste Ausstellung hatte ich ja verpasst, weil die Daten nicht stimmten, jetzt gehe ich auf Nummer Sicher und mittendrin hin). Derzeit prangt dort “Developing Tray #2″ von Anne Collier. Der “Rahmen” ist eine Schüssel aus dem Fotolabor, in dem belichtetes Papier zum Entwickeln badet. Auf dem Papier erscheint das Auge der Künstlerin. Wer fotografiert jetzt hier wen?
Thema: High Tea, Kunst |
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Thursday, 16. February 2012 16:41

Dieses Törtchen gehört der Herzkönigin. Jedenfalls heißt es “Queen of Hearts Lemon Tart”. So kann’s gehen, wenn ein Café sich einem Märchen verschrieben hat – hier dreht sich alles um die Welt von “Alice im Wunderland”. Und da ist für Überraschungen gesorgt.

Unter der dicken Cream Cheese-Schicht könnte sich ja alles Mögliche verbergen. Irgendein schnöder Rührkuchen zum Beispiel. Ha!

Die Schichten bestehen aus Nutella. Ist ja schließlich Banana Nutella Cake – ganz wie beim Törtchen kommt hier also Obst auf den Blümchenteller.
Thema: Essen, High Tea |
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Wednesday, 15. February 2012 17:19
Kein Wunder bei dem Tempo in der Stadt: Man übersieht leicht, wo andere sich Mühe gaben. Streetart, Aktivisten-Botschaften, Werbung und Schmierereien fließen im Vorbeigehen ineinander. Ich frage mich, wie oft jemand diese Mahnung bemerkt.

Thema: High Tea, typisch New York |
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Tuesday, 14. February 2012 14:37
New York ist ein Schilderwald. Alles Mögliche soll beachtet werden, da geht es lang, dies ist verboten und vor jenem wird gewarnt. Und dann gibt es noch höchst öffentliche Poesie: Curbside Haiku sollen die New Yorker Straßen sicherer machen. Fehlt nur noch das Schild, dass daran erinnert, jederzeit die Augen nach schönen Überraschungen offenzuhalten.

Thema: High Noon, Kultur |
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Sunday, 12. February 2012 14:37
Ab und zu kann man mal nachschauen. Ich mache es aus zwei Gründen: Entweder habe ich in der Gegend zu tun. Oder ich habe Besuch. Und jedes Mal sage ich: “Bist du aber groß geworden!”

Stimmt doch. So sieht 1 World Trade Center heute aus. Längst ist der Wolkenkratzer aus dem Häusermeer herausgewachsen, man sieht ihn schon fast von überall.

Ungefähr 90 der geplanten 104 Stockwerke stehen bereits. Das Gebäude soll einmal – inklusive einer langen Antenne – rund 541 Meter hoch werden (1776 Fuß – die Zahl steht für das Jahr, in dem die Vereinigten Staaten unabhängig wurden). Wenn dieser Wolkenkratzer fertig ist, überragt er das Empire State Building. Aber vorher gibt es rund um seinen Bau mächtig Ärger: Mit der Höhe steigen auch die Kosten.
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Saturday, 11. February 2012 13:11
Es klingt wie beim Zahnarzt. Oder wie auf der Baustelle. Jedenfalls wie etwas, das einem entweder buchstäblich oder im übertragenen Sinne schnell auf die Nerven geht.
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Aber das Ohr irrt. Hier liegt zwar das Werkzeug so ordentlich bereit wie auf dem Zahnarzttablett, und der Mann, der sich da bedient, könnte als Bauarbeiter durchgehen.

Aber mit der Kettensäge bearbeitet er keine dicken Bretter, und er tut auch keinem weh.
Das wird ein Eisengel. So einer steht in Stein gemeißelt über dem Bethesda-Brunnen. Schließlich ist “Ice Fest” eine Veranstaltung der Central Park Conservacy – die Pflege des berühmtesten Park Manhattans wird zu einem guten Teil über Spenden finanziert, und mit so etwas macht die Organisation auf sich aufmerksam. Klar, dass auch die Figur, die zuvor aus Eis gesägt wurde, ein typisches Park-Gesicht hat.

Thema: High Noon, Parks |
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Friday, 10. February 2012 15:43

Das ist mein Liebling. Durch die geschliffene Oberfläche schimmert das Licht so, als würde man tatsächlich ins Wasser schauen. Und der Briefbeschwerer bringt die Idee hinter dieser Ausstellung rüber: WAO möchte traditionelle Kunstfertigkeit aus dem japanischen Handwerk in ein neues Zeitalter zu übertragen. Beziehungsweise zeigen, dass dieser Wandel dort bereits begonnen hat.
Das zieht sich bis hin zu dem Kniff, mit dem die Veranstalter die Ausstellungsstücke erklären: Alle Stücke liegen auf rechteckigem Papier, Designer und Werkname stehen in einer hochgefalteten Ecke. Und manches Mal brauche ich die Erläuterung. Dies hier hätte ich etwa für Vasen gehalten:

Es sind aber Lampen. Wie Sanduhren lassen sie tagsüber die Energie, die sie aus dem Sonnenlicht ziehen, nach unten in den Speicher rieseln. Dreht man sie später um, leuchten sie.
Solche Handwerkskunst hat natürlich ihren Preis. Manche Produkte hier gehören ins Luxusheim, und eben diese messen meine Begleiterin und ich in Macs – also damit, wie viele Computer man dafür bekäme. Einer der Schals kommt auf zweieinhalb.
Thema: Geld ausgeben, High Tea |
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