„Mit Essen spielt man nicht!“ Diesen Satz habe ich als Kind zu hören bekommen. Aber ich ahnte ja nicht, auf welche Weise er mich in einem fernen Land in einer fernen Zukunft einmal einholen sollte. Da hab ich nämlich mit Weihnachtsplätzchen gespielt.

Och, dachte ich unbedarft, ich lasse im Advent deutsche und amerikanische Kekse gegeneinander antreten, das kann ich doch hübsch German American Christmas Cookie Bake-Off nennen. Vielleicht lernt ja wer was über lukullisch-kulturelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede dabei.

Öhm, nö. Das Letztere hab ich gar nicht gedacht. Das fiel mir erst auf, als ich schon mittendrin war. Im Jahr drauf hatte ich noch offene Fragen, also habe ich wieder gebacken, nach deutschen Weihnachtskeksrezepten und nach amerikanischen. Das war doch nur ein Spiel. Dachte ich.

Was wird dieses Jahr mit dem Weihnachtsgebäck?, ploppt es jetzt immer in mir hoch, kaum dass Thanksgiving vorbei ist. Also finde ich eine schön große, gut ausgestattete Küche, brauche aber noch Inspiration für deutsche und amerikanische Weihnachtsplätzchen. Schon spiele ich nicht mehr nur mit meinem Essen, sondern mit dem Essen (na ja, den Keksen) von netten Menschen, die nicht ahnen, was hier vorgeht.

Gebacken habe ich nämlich ein Familienrezept für Pfefferkuchen von Leckere Kekse und Peanut Butter Honey Rounds von USA Kulinarisch. So sehen diese Kekse hinterher auf meinem bunten Teller aus:

Weihnachtsplätzchen deutsch & amerikanisch

Meine Inspiration kommt damit von Bloggerinnen, mit denen ich in diesem Jahr in punkto Essen zu tun hatte. (Ausgenommen habe ich dabei die Teilnehmerinnen meiner Blogparade „Rezepte für alle Fälle“ – die drehte sich schließlich nicht um Kekse.) Bei Leckere Kekse dagegen ist der Name Programm, und mit Astrid und Silvia hatte ich im Spätsommer viel Spaß als Teilnehmerin und Leserin von deren Blogtour „Bella Italia“ – dort fand ich in der Tat leckere Kekse, auch wenn ich selbst dabei darüber schrieb, wie die Pizza nach Amerika kam.

Gabi von USA Kulinarisch habe ich erst für meinen Podcast „Notizen aus Amerika“ über amerikanisches Essen interviewt (und dabei über die Vorzüge von Gramm gegenüber cups beim Backen gesprochen), später habe ich für ihre Reihe „Travel Tuesday“ einen Gastbeitrag über grünes Gemüse geschrieben.

Weihnachtsduft?! Wenn Keksteig zu stinken beginnt

Deutsche und amerikanische Weihnachtskekse

Für die Pfefferkuchen musste ich in einen Laden, der deutsche Produkte hat. Zum Glück weiß ich schon von früheren Jahren, wo ich Hirschhornsalz, Pottasche und Lebkuchengewürz bekomme. Ich muss aber mal wieder nachschlagen, was das auf Englisch heißt. Huuu, klingt das chemisch, und beim Teigansetzen kräusle ich entsetzt die Nase. Darf Hirschhornsalz fürchterlich riechen? War das Ei schlecht? Wonach stinkt es denn bloß hier?

„Ammoniak!“, sagt der eigens herbeigeholte Küchenhelfer, nickt, wie um sich selbst zu versichern, und fügt: „riecht wie Katzenpisse“ hinzu. Ich schlage im Internet nach und finde direkt zig Einträge über den Ammoniakgeruch von Hirschhornsalz. Beim Namen ammonium carbonate hätte ich darauf wohl kommen können.

Und was soll ich sagen? Der Teig wird ganz wunderbar mit den ganzen Zutaten, und nach mehreren Tagen im Kühlschrank lässt er sich ganz einfach bearbeiten. Also ausstechen. Und das fertige Gebäck hat glaube ich die beste Lebkuchenkonsistenz, die ich je erbacken habe. Danke, Leckere Kekse!

Peanuts! – Oder auch: Die paar Erdnussprobleme!

Deutsche und amerikanische Weihnachtskekse

Unterdessen schaut mein feinnasiger Küchenhelfer unanmüsiert auf das Erdnussbutterglas, das ich gerade für die Peanut Butter Honey Rounds auf die Arbeitsplatte stelle. Er ist ein erdnussbutterhassender Amerikaner!

Nach Rezept sollen außerdem noch gehackte Erdnüsse auf die Kekse. Scheinheilig frage ich den Küchenhelfer, ob denn vielleicht stattdessen Kakao sein Interesse locken könnte. Kann er! Also rolle ich die Erdnusskekswürste vor dem Backen in Kakao.

Ernüsse habe ich sowieso nicht. Die besorge ich zum Schluss noch eben, denke ich beim Einkaufen. Dieselbe Idee hatten offenbar auch ein paar hundert andere New Yorker: Das Regal ist leergeräubert.

Als ich die fertiggebackenen Erdnuss-Honig-Taler aus dem Ofen ziehe, macht sich der Erdnussbutterverweigerer über deren Größe lustig. Tja, wie sollen die auch mit nur einer Messerspitze Backpulver wachsen! Ich behaupte selbstredend, ich hätte sie absichtlich so klein gemacht, damit er nicht so viel Erdnussbutter zu essen braucht.

Er glaubt mir nicht. Aber die Kuvertüre, die eigentlich noch drübergehört, bräuchte ich eigentlich gar nicht anzurühren, sagt er. Schmeckt auch so. Nun denn. Der Amerikaner hat gesprochen.