Studentenfutter

Zweimal in der Woche stehen sie vor der altehrwürdigen Columbia Universität. Sie sind Bauern, Kleinbauern, Öko-Idealisten und Weckglas-Künstler, und sie verkaufen frische (oder eben frisch eingekochte) Lebensmittel: Grüne Spargelbündel, dunkelrote Äpfel, gelben Honig, weiße Zwiebeln mit Grün dran, dunkel bekrustetes Brot, meistens gibt es irgendwo auch Fisch, Fleisch und Käse. Oh, und immer auch Pflanzen, Kräuter im Topf, zartrosa Geranien und, selbstverständlich: quietschgelbe Studentenblumen. Diese Bauernmärkte mit lokaler Ausrichtung heißen Greenmarket. “Grow NYC” organisiert sie überall in der Stadt. Und hier oben am Broadway kommen halt Studenten und Lehrkräfte durchs Tor. Heute allerdings ist es…

Dancing in the Streets

Dafür sperren sie die Straßen: Street Fairs sind eine beliebte Sache in New York. Einige finden regelmäßig jeden Samstag und Sonntag statt, und sobald das Wetter auch nur ansatzweise gut ausschaut, sind sie voll. Obwohl es da im Grunde immer dieselben Sachen gibt: Paschmina-Schals, Billigschmuck, Fressbuden, Schnickschnack. Wer etwas besonders sucht, muss sich eben auskennen. Und zum Beispiel zur rechten Zeit auf der Ninth Avenue eintrudeln, wenn es heißt: internationale Küche ausprobieren. Da gibt es äthiopischen Linseneintopf (und am selben Stand Spinatquiche, was mir nicht ganz so landestypisch vorkommt, aber ich war ja auch noch…

Pausensnack

Die Crew kriegt was zu essen. Allerdings nicht in der Spring Lounge, die rundherum abgedunkelt ist, sondern davor. Neben all dem Equipment stehen auch zwei Cateringstationen, und im Moment haben viele Helfer Zeit, sich dort zu bedienen. Andere, die nicht direkt zum Personal gehören, müssen rennen, einem Tipp nachjagen, und kehren dann wieder zu dieser Straßenecke zurück. Sehnsüchtig guckt ein Jung-Paparazzo zum Catering rüber. Ein erfahrener Kollege sitzt derweil auf dem Spielplatz gegenüber und schaufelt chinesisches Essen in sich hinein. “Hey, that’s trespassing!”, sagt ein Passant, und beide lachen. Der Mann macht ja nur Pause….

Betriebsgeheimnis

Amerikanisches Brot ist nicht weltberühmt. Aber Amy’s Bread ist in New York recht bekannt. Es wird schließlich nicht am Fließband gebacken. Die Brote liegen hier in allen Zustandsformen: Unter Folie macht sich die Hefe breit, an der Luft kühlen Laibe ab. Um das zu sehen, bedarf es keiner Recherche mit Akkreditierung und Schutzhäubchen. Ich gehe an einer Glasscheibe vorbei wie viele andere Leute auch. Im Chelsea Market gehört es an dieser Stelle zum Konzept, die Besucher sehen zu lassen, wie Produkte hergestellt werden. Die Backmischung kriegt man zwar nicht zu sehen, aber Firmengründerin Amy Scherber…

Sex & the Ziti

Sie heißt Ziti. Ich kenne sie schon länger, aber erst seit heute weiß ich ihren Namen. Ziti. Das ist italienisch. Oder so. Und ich gebe zu: Ich mag sie. Auch wenn das mit uns wohl keine feste Beziehung wird. Was nun Sex angeht: Heute freuen sich die Zeitungen darüber, dass New York in einem Ranking von askmen.com auf Platz 1 gelandet ist. Die Stadt, in der ich lebe, ist offiziell der beste Ort auf der ganzen Welt. Für junge Single-Männer.